Letztes Update am Fr, 13.10.2017 04:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rechtsextremer verkaufte illegal Waffen - Verwendet in Paris-Attentat



Lille (APA) - Ein französisches Mitglied der rechtsextremen Identitären-Bewegung hat mehr als 500 Waffen illegal verkauft. Sechs davon hatte ausgerechnet ein Attentäter bei den islamistischen Anschlägen im Jänner 2015 in Paris verwendet. Wie „Ouest-France“ berichtete, wurde der Identitäre Claude H. nun wegen „bandenmäßig organisiertem Waffenhandel“ zu sieben Jahren Haft und 30.000 Euro Bußgeld verurteilt.

Der heute 54-Jährige saß seit 2015 in Untersuchungshaft. Vor Gericht rechtfertigte sich der Angeklagte, die Waffengeschäfte seien Teil seiner Tätigkeit als Polizei-Spitzel gewesen sein. H. sei zwar als Informant für die Behörde tätig gewesen, bestätigte die Polizei, Waffenhandel sei jedoch nie mit ihm vereinbart gewesen. Das Urteil fiel am Montag und ist noch nicht rechtskräftig. Seine Frau, über deren Firma die Waffengeschäfte abgewickelt wurden, fasste eine Strafe von zwei Jahren Haft und drei Jahre Bewährung aus.

Sechs der von H. illegal verkauften Waffen wurden dem Bericht zufolge von dem Islamisten Amedy Coulibaly bei einem Attentat in Paris verwendet. Zwei Tage nach dem Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ mit mehreren Toten hatte Coulibaly am 9. Jänner 2015 Geiseln in einem jüdischen Supermarkt genommen. Er tötete vier Menschen, bevor er von Elitepolizisten erschossen wurde.

Die ursprünglich aus Frankreich stammende „Identitäre Bewegung“ ist seit 2012 auch in Österreich und Deutschland aktiv. Die Gruppe wird in beiden Ländern von den jeweiligen Verfassungsschützern beobachtet.

(Artikel: http://go.apa.at/rWkBYRD5)




Kommentieren