Letztes Update am Fr, 13.10.2017 12:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia 2026: Tiroler Liste Fritz machte letztmalig mobil



Innsbruck (APA) - Zum letzten Mal vor der Volksbefragung für eine mögliche Bewerbung Tirols/Innsbrucks für Olympische Winterspiele 2026 am Sonntag in Tirol haben Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Obmann Fritz Dinkhauser von der Liste Fritz zu einem „Nein“ aufgerufen. Im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag fasste man nochmals die eigenen Positionen zusammen und sprach von einer „politischen Farce“.

Kurzfristig musste die Pressekonferenz vom Landhausplatz ins nahegelegene Büro der „Liste Fritz“ verlegt werden. Die Liegenschaftsverwaltung hatte den Landhausplatz nicht freigegeben. „Mit welchen Bandagen man hier kämpft“, gab sich Listen-Chef Dinkhauser wenig amüsiert. Von einer olympiakritischen Aktion ließ man sich dennoch nicht abhalten. Mit vorgehaltenen Masken der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck), Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und ÖOC-Präsident Karl Stoss warfen Aktivisten Spielzeuggeld vom vierten Stock des Landhauses nicht nur sprichwörtlich zum Fenster hinaus.

Nach der „Fensterwurf-Aktion“ nannte Andrea Haselwanter-Schneider Zahlen: „Hier werden 15 bis 20 Millionen Euro Steuergeld verschwendet“, führte sie an. Sie betonte auch, dass ein „Ja“ am Sonntag zu Olympia bedeute, dass der Bewerbungsprozess beginne und für diesen eben diese Summe investiert werden müsse. „Wenn wir den Zuschlag nicht bekommen, dann ist das Geld futsch“, formulierte sie. Sie vermisse außerdem unter anderem eine Kostenschätzung zum Thema Sicherheit bei den Spielen.

„Eine Lüge nach der anderen“, ortete wiederum der Namensgeber der Liste, der sich zuletzt beim Olympia-Thema wieder vermehrt eingebracht hat, nachdem er bei der Landtagswahl 2013 nicht mehr angetreten und sich seitdem als Obmann nur mehr vereinzelt öffentlich in das politische Geschehen eingemischt hatte. Es sei „zutiefst unanständig“, dass man das Volk einerseits befrage, andererseits mit politischer Werbung in Millionenhöhe sage „was es tun soll“, so Dinkhauser. Auch die „manipulative Frage“ bei der kommenden Volksbefragung kritisierte Dinkhauser scharf.

Unisono forderte man, dass man sagen müsse, was alles tatsächlich koste. „Die Karten gehören auf den Tisch“, forderte Haselwanter-Schneider, ehe sie aufrief am Sonntag mit „Nein“ zu stimmen. „Nur mit einem Nein kann die Steuergeldverschwendung gestoppt werden“, sagte sie in ihrem Schluss-Appell. „Es wird knapp“, war sie sich sicher.

Nicht nur bei der Pressekonferenz, sondern auch sonst hatte die „Liste Fritz“ am Freitag noch einmal Stimmung für ein „Nein“ gemacht. Sowohl am Eingang des Landhausplatzes als auch in der nahe gelegenen Maria-Theresien-Straße wurden Flyer und Luftballons mit eindeutigen „Nein-Botschaften“ unters Volk gebracht.




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