Letztes Update am Fr, 13.10.2017 12:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tschechien: Zeman weicht nicht von Krim-Aussagen ab



Prag/Kiew (APA/dpa) - Trotz scharfer Kritik an seinen Aussagen zur Annexion der Krim, weicht der tschechische Staatspräsident nicht davon ab. Er werde sich nicht entschuldigen, weil es seine „persönliche Haltung“ wäre, erklärte Zeman in einem Fernsehinterview am Donnerstagabend.

Zeman hatte am Dienstag die völkerrechtswidrige Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim als vollendete Tatsache bezeichnet. In einer Rede vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats hatte er der Ukraine zudem vorgeschlagen, sich mit der russischen Führung auf eine Kompensation in Form von Geldzahlungen sowie Öl- oder Gaslieferungen zu einigen.

„Die Ukraine könnte eine Entschuldigung fordern, wenn es sich nicht um meine persönliche Haltung handeln würde (...) Und ich würde die Entschuldigung wie immer ablehnen, weil ich mich für meine persönlichen Haltungen nicht entschuldige“, so der Staatschef.

In der Ukraine wurden Zemans Aussagen als „absolut unannehmbar“ kommentiert. Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman (Wolodymyr Hrojsman), bezeichnete Zeman indirekt als „psychisch kranken Mann“. Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin nannte Zeman einen Schauspieler. Im Zusammenhang mit den Reaktionen der ukrainischen Politiker ergänzte Zemans Sprecher Jiri Ovcacek, es seien „Schreie aus der Neandertaler-Höhle, die im modernen Europa nichts zu suchen haben“.

Auch in Tschechien stieß Zemans Rede auf harsche Kritik. In einem Beschluss schrieben Vertreter des Senats, Zeman habe eine „völkerrechtswidrige Aggression legitimiert“.




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