Letztes Update am Fr, 13.10.2017 12:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mehr Kritik an EZB-Leitlinien für faule Kredite



Frankfurt (APA/Reuters) - Die Kritik an den neuen Leitlinien der EZB-Bankenaufsicht zum Umgang mit faulen Krediten nimmt zu. Nach EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani forderte nun auch der Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungsausschusses (ECON) des EU-Abgeordnetenhauses, Roberto Gualtieri, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Haltung korrigieren soll.

Er teile die von Tajani zum Ausdruck gebrachten Sorgen, sagte Gualtieri der Nachrichtenagentur Reuters. Er hoffe, der Konsultationsprozess unterstütze die EZB-Bankenaufsicht darin, „ihre Leitlinien zu korrigieren, um sie ausgewogener zu gestalten“.

EU-Parlamentspräsident Tajani hatte in einem Brief an Zentralbank-Chef Mario Draghi gefordert, das europäische Abgeordnetenhaus in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Zu den neuen Vorgaben soll es Ende November eine öffentliche Anhörung bei der Europäischen Zentralbank geben, die Konsultationen laufen bis zum 8. Dezember. Nach den neuen Richtlinien müssen Geldhäuser künftig mehr Vorsorge für faule Kredite betreiben. Sie sollen ab 2018 alle Darlehen, die neu als ausfallgefährdet eingestuft werden, schrittweise vollständig über Rückstellungen abdecken.

In Italien lösten die neuen Leitlinien der EZB-Bankenaufsicht große Kritik aus. In der Eurozone entfallen etwa 30 Prozent des mehr als 900 Mrd. Euro großen Berges an faulen Krediten auf Banken in Italien. Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan äußerte Zweifel an der Vorgehensweise der EZB-Bankenaufsicht. Unterstützung erhielten die Bankenwächter hingegen vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble.

~ WEB http://www.ecb.int

http://www.europarl.europa.eu/portal/de ~ APA235 2017-10-13/12:03




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