Letztes Update am Fr, 13.10.2017 12:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich hofft auf Signal zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens



Luxemburg (APA/dpa) - Vor der nächsten Weltklimakonferenz in Bonn im November hofft Frankreich auf ein klares Signal der Europäischen Union zur Umsetzung des Pariser Abkommens. „Das ist sehr wichtig“, sagte der französische Umweltminister Nicolas Hulot am Freitag vor einem Treffen mit EU-Kollegen. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) ist wegen des Wahlkampfs in Österreich nicht nach Luxemburg gekommen.

Auf der Tagesordnung standen Beschlüsse zur Aufteilung der europäischen Zusagen im Pariser Abkommen von 2015. Es geht darum, wie viel Treibhausgase die einzelnen EU-Länder zwischen 2021 und 2030 bei Verkehr, Landwirtschaft, Müllentsorgung und beim Heizen und Kühlen von Gebäuden einsparen sollen.

Die EU will die Treibhausgase bis 2030 in den genannten Sektoren um 30 Prozent unter den Wert von 2005 drücken. Die Lasten werden je nach Wirtschaftskraft unterschiedlich verteilt. Luxemburg und Schweden sollen ein Minus von 40 Prozent erreichen, für Deutschland sind es 38 Prozent. Österreich soll laut der EU-Vorgabe bis 2030 seine CO2-Emissionen um 36 Prozent reduzieren. Ärmere Länder wie Rumänien oder Bulgarien müssen kaum oder gar nicht einsparen, sondern ihren Treibhausgasausstoß lediglich stabil halten.

Hulot sagte, das Prinzip der Solidarität müsse eingehalten werden, denn nicht jeder Staat habe dieselbe Situation. Wichtig sei allerdings, dass die eigentlichen Umweltziele dadurch nicht aufgeweicht würden.

Umweltschützer warnen vor Schlupflöchern in den geplanten EU-Beschlüssen. Diese könnten dazu führen, dass die EU 2030 nicht 30 Prozent Minderung in den genannten Sektoren erreiche, sondern schlimmstenfalls nur 23 Prozent, rechnete das Climate Action Network vor einigen Tagen vor. Hulot sagte, er erwarte einen langen Tag.




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