Letztes Update am Fr, 13.10.2017 12:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Generali-Chef: „Wir sind hungrig nach Wachstum“



Rom/Triest/Berlin (APA) - Trotz der Umstrukturierung in Deutschland und der Trennung von nicht-strategischen Assets in mehreren Ländern will der italienische Versicherungskonzern Generali weiter wachsen. „Wir sind hungrig nach Wachstum, aber unsere erste Priorität ist es, organisches Wachstum zu fördern“, so Generali-CEO Philippe Donnet im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe).

„Vor allem in Deutschland ist das unsere Top-Priorität. Aber wenn eine Übernahme interessant für uns ist, schauen wir uns das sehr genau an. Wir sehen jede Woche nach Gelegenheiten“, meinte Donnet. Der ideale Übernahmekandidat wäre in Europa und sollte Synergieeffekte bringen.

Trotz des Plans das Lebensversicherungsgeschäft der Generali Leben in Deutschland zu verkaufen, will der italienische Versicherer in Deutschland weiterhin wachsen. Ziel der Umstrukturierung sei eine „signifikante Stärkung“ der Generali in Deutschland. „Indem wir die Energie unserer Außendienstmitarbeiter mit unserem langjährigen Vertriebspartner, der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), zusammenbringen, stärken wir den Vertrieb. Vorher hatten wir hier interne Konkurrenz. Wir bevorzugen den Wettbewerb mit unseren Konkurrenten, nicht mit uns selbst“, so der Manager.

Donnet sieht noch große Wachstumsgelegenheiten in Deutschland. „Wir sind zwar ein internationales Unternehmen, machen aber 90 Prozent unseres Geschäfts in Europa. Deutschland, wo wir den zweiten Platz als Erstversicherer einnehmen, ist der größte Versicherungsmarkt in Europa und für uns als Generali der zweitwichtigste Markt nach Italien. Ich möchte nicht das Wort ‚angreifen‘ verwenden, aber mit unserer beschleunigten Umsetzung unserer Unternehmensstrategie werden wir stärker werden. Wir können als Gruppe nicht erfolgreich sein, wenn wir es in Deutschland nicht sind“, so der Franzose.

In Zentral- und Osteuropa will Generali das Geschäft ausbauen. „In vielen Ländern haben wir bereits eine sehr starke Position, in Tschechien sind wir Marktführer. Zudem zeichnen sich diese Märkte noch immer durch ein stärkeres Wachstum aus als in Westeuropa“, sagte der Manager.

Donnet dementierte Gerüchte über eine Kapitalerhöhung bei Generali. „Wir brauchen keine. Unsere Kapitalposition ist stark. Wir haben eine Solvenzquote von 207 Prozent. Als ich vergangene Woche in London war, sagten mir Analysten und Investoren, dass wir zu viel Kapital hätten. Vor einem Jahr sagten sie noch, wir hätten zu wenig. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte“, meinte Donnet.

~ ISIN IT0000062072 WEB http://www.generali.com ~ APA245 2017-10-13/12:12




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