Letztes Update am Fr, 13.10.2017 12:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italienische Regierung verbietet Neuauflage von „Marsch auf Rom“



Rom (APA) - Die italienische Regierung will einen neuen „Marsch auf Rom“ verhindern, den die rechtsextremistische Partei Forza Nuova (Neue Kraft) am 28. Oktober im Andenken an die Machtübernahme von Diktator Benito Mussolini und der von ihm geführten faschistischen Bewegung in Italien vor 95 Jahren organisieren will, wie italienische Medien am Freitag berichteten.

Innenminister Marco Minniti erklärte, er habe den römischen Polizeichef beauftragt, die Demonstration nicht zuzulassen. Forza Nuova protestierte vehement. Der „Marsch der Patrioten“ richtet sich unter anderem gegen die Pläne der regierenden Demokratischen Partei (PD) um Ex-Premier Matteo Renzi zur Einführung des umstrittenen Einbürgerungsgesetzes „Ius soli“, mit dem circa 800.000 Migranten die italienische Staatsbürgerschaft erhalten können, sowie gegen die illegale Einwanderung.

Die Forza Nuova startete unter der Führung von Parteichef Roberto Fiore eine Spendensammlung, um die Initiative in Rom zu finanzieren. Fiore erklärte, die Parteiaktivisten wollen dem Demonstrationsverbot trotzen und sich im römischen Viertel EUR treffen, das Mussolini errichten ließ. „Am 28. Oktober werden jene Italiener demonstrieren, die das Vaterland wirklich lieben“, so Fiore. Das Verhalten des Innenministers sei undemokratisch und widerspreche dem Demonstrationsrecht.

Der Innenminister erwiderte, dass die Forza Nuova-Demonstration gegen das Gesetz verstoße, das die Verherrlichung des Faschismus bestraft. Die Partisanenvereinigung ANPI kündigte am 28. Oktober in Rom eine Gegendemonstration mit dem Slogan „Antifaschismus in Marsch“. Gegen die Pläne der Forza Nuova stemmt sich auch die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi. „Der Marsch auf Rom darf nie wieder vorkommen“, so Raggi.




Kommentieren