Letztes Update am Fr, 13.10.2017 13:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spatenstich für Kinderreha-Zentrum in Rohrbach-Berg



Rohrbach (APA) - In Rohrbach-Berg ist am Freitag der Spatenstich für ein Kinderreha-Zentrum erfolgt. Im Frühjahr 2109 soll das mit 23 Millionen Euro veranschlagte neue Haus mit 77 Patientenbetten sowie 67 für Begleitpersonen eröffnet werden. Gleichzeitig entstehen 95 neue Arbeitsplätze. Speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtete Rehabilitationseinrichtungen gibt es bisher in Österreich nicht.

Um dies Versorgungslücke zu schließen haben sich im Juli 2014 die Sozialversicherungen und die Bundesländer auf den gemeinsamen Ausbau der Reha für schwerkranke Kinder geeinigt. In vier Versorgungsregionen sollen 343 Betten entstehen. Die Betriebskosten von 33 Millionen Euro pro Jahr im Vollausbau übernehmen großteils die Sozialversicherungen, die Länder finanzieren eine Pauschalsumme von 8,5 Millionen Euro jährlich.

Für die Region Nord (Oberösterreich und Salzburg) hat Rohrbach-Berg den Zuschlag erhalten. Der Böhmerwald als Naherholungsgebiet für Familien sowie die Nähe zum Landeskrankenhaus Rohbach haben für die Mühlviertler Gemeinde gesprochen. Eine Bietergemeinschaft aus der hospitals Projektentwicklungsges. m.b.H., der Reha Rohrbach Errichtungs GmbH, dem oö. Spitalsträger gespag sowie dem Verein pro mente wird auf einer Nutzfläche von 5.500 Quadratmetern das neue Zentrum bauen und betreiben. „Ich denke, wir konnten vor allem dadurch überzeugen, dass wir unsere Konzepte strikt und ausschließlich auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet haben“ erklärte hospitals-Geschäftsführer Stefan Günther in den Presseunterlagen anlässlich des Spatenstichs.

Mit der Erarbeitung der Behandlungskonzepte wurden Spezialisten der Kinderheilkunde im In- und Ausland betreut, da die stationäre Reha für diese Altersgruppe in „Österreich weitgehend Neuland ist“, meinte er weiters. Drei bis fünf Wochen werde durchschnittlich ein Aufenthalt dauern. In Ergänzung mit Salzburg, wo 32 Betten für eine Onkologische Reha entstehen, werden in Rohrbach-Berg die Bereiche Orthopädie, Kinderchirurgie, Neurologie, Herz-Kreislauf und Lungenerkrankungen, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Entwicklungs- und Sozialpädiatrie abgedeckt.

Rund 5.000 Kinder in Österreich sind so schwer krank oder behindert, dass sie eine Rehabilitation brauchen. Bisher werden sie für eine Reha größtenteils gemeinsam mit viel älteren Patienten betreut oder müssen in Einrichtungen im Ausland ausweichen.




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