Letztes Update am Fr, 13.10.2017 14:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Diplomaten sollen nicht aus den Philippinen ausgewiesen werden



Manila (APA/AFP) - Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat sich bei seiner Androhung, EU-Botschafter des Landes zu verweisen, auf falsche Angaben gestützt. Sein Sprecher Ernesto Abella sagte am Freitag, die Äußerungen Dutertes über eine Verschwörung von EU-Staaten, die Philippinen aus der UNO auszuschließen, basierten auf einem Zeitungsbericht.

„Im Wesentlichen hat er auf das reagiert, was er gelesen hat“, sagte Dutertes Sprecher. „Es gibt keinen Erlass, die Botschafter auszuweisen“, fügte er hinzu.

Duterte hatte bei einer hitzigen Rede am Donnerstag die EU-Staaten scharf angegriffen und die Ausweisung von deren Botschaftern binnen 24 Stunden angedroht. „Einfach so sagt ihr uns: ‚Ihr werdet aus der UNO ausgeschlossen‘. Macht es doch, ihr Hurensöhne“, hatte er gesagt, ohne Beweise für seine Behauptung zu nennen.

Der Sprecher des Präsidenten erklärte, Dutertes Rede sei durch einen Medienbericht über eine Gruppe Abgeordneter des EU-Parlaments ausgelöst worden, die am Montag bei einer Pressekonferenz die Anti-Drogen-Politik der Philippinen kritisiert hatten. Aus der offiziellen Erklärung der Gruppe sowie aus Berichten verschiedener örtlicher Medien geht nicht hervor, dass die EU-Abgeordneten mit dem Ausschluss der Philippinen aus der UNO gedroht hatten.

Abella räumte indirekt ein, dass die Berichte, auf die Duterte sich bezog, falsch waren: Der Präsident sei davon ausgegangen, dass sie stimmten, sagte er und forderte die Medien auf, „korrekt“ zu berichten.

Der seit Mitte 2016 amtierende Staatschef Duterte ist für seine verbalen Ausfälle bekannt. Den Kampf gegen die Drogenkriminalität führt er mit harter Hand. Bereits im Wahlkampf hatte er angekündigt, tausende „Drogenkriminelle“ töten zu lassen. In den vergangenen 15 Monaten wurden im ANti-Drogen-Kampf auf den Philippinen mindestens 3850 Menschen getötet. Amnesty International und andere Organisationen sprechen von massiven Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei in dem südostasiatischen Inselstaat.




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