Letztes Update am Sa, 14.10.2017 12:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erneut Chaosnacht im Athener Viertel Exarchia



Athen (APA/dpa) - Linksautonome haben erneut im Zentrum der griechischen Hauptstadt Athen randaliert. Eine Gruppe von rund 200 Personen schleuderte in der Nacht zum Samstag im Viertel Exarchia Brandflaschen und Steine auf Polizeibeamte und errichtete Barrikaden mit brennenden Müllcontainern, wie die Polizei mitteilte.

Mehrere Stunden lang blieben die Straßen rund um das Polytechnikum gesperrt. Verletzt wurde niemand. Zahlreiche Touristen beobachteten aus der Ferne das Spektakel, wie Augenzeigen der Deutschen Presse-Agentur sagten. „Die öffentliche Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Es ist eine No-go-Area“, sagte der Rechtsanwalt Michalis Orfanos, der dort seine Kanzlei hat. Einige Besucher fänden es „witzig“, das Geschehen aus der Ferne zu beobachten. Für die Anrainer sei dieses Chaos, das sich meistens jedes Wochenende wiederholt, aber ein Alptraum, fügte er hinzu.

Der Stadtteil gilt als Hochburg der Autonomen-Szene in Athen. „Es ist so, als wäre der Exarchia nicht Teil des griechischen Staates“, sagte der Stadtrat Giorgos Apostolopoulos im Rundfunk. Autonome haben dort seit Jahren die Oberhand gewonnen. Die Post und mehrere Banken haben ihre Exarchia-Filialen in den vergangenen Jahren geschlossen und das Stadtviertel ist eine Art Sehenswürdigkeit für Krisentouristen geworden. Neugierige Besucher lassen sich von Einheimischen die „No-go-Zone“ Exarchia zeigen. Dort gibt es alternative Musikbars und alte traditionelle Athener Tavernen sowie Freilichtkinos.




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