Letztes Update am Sa, 14.10.2017 21:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kern und Kurz: Iran-Abkommen wichtig für Stabilität im Nahen Osten



Wien (APA) - Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump, aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen, haben sich Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) für das Abkommen ausgesprochen. Dieses sei „ein wesentlicher Hebel zur Stabilität im Nahen Osten“, betonte Kern in der „Zeit im Bild“ am Samstagabend.

„Ich denke, es ist wichtig, jetzt in Ruhe auf Basis des Abkommens weiter zu arbeiten. Die Einhaltung hat bislang im Wesentlichen funktioniert“, sagte der Bundeskanzler. Kern verwies außerdem darauf, dass er sich heute, Samstag, „im Kreis der EU-Regierungschefs“ darüber unterhalten habe. Laut seinem Sprecher gab es informelle Einzelgespräche mit Amtskollegen.

ÖVP-Chef Kurz betonte: „Der Deal, der hier in Wien abgeschlossen wurde, ist ein guter. Wenn man den jetzt infrage stellt, dann destabilisiert man die Beziehungen zum Iran und auch die ganze Region. Davon halte ich gar nichts“, erklärte Kurz.

Trump hatte am Freitag den Ausstieg der USA aus dem unter seinem Vorgänger Barack Obama geschlossenen Atomabkommen zwar nicht ausdrücklich angekündigt. Er schloss ihn jedoch für einen späteren Zeitpunkt nicht aus und kritisierte, dass der Iran nicht dem „Geist“ des Abkommens entspreche.

Der Atomdeal war nach jahrelangen Verhandlungen im Juli 2015 zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) in Wien abgeschlossen worden. Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass der Iran auf hochangereichertes Uran verzichtet. Im Gegenzug verzichtet die Weltgemeinschaft schrittweise auf Sanktionen gegen das Land. Laut Atomenergiebehörde (IAEO) hält sich Teheran an die Vereinbarungen.




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