Letztes Update am Fr, 08.06.2018 02:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA beantragen Auslieferung von ranghohem Rebellenchef aus Kolumbien



Bogota (APA/dpa) - Wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Kolumbien haben die USA die Auslieferung eines ranghohen Anführers der früheren Guerillaorganisation FARC beantragt. Die US-Botschaft in Bogotá habe ein offizielles Auslieferungsgesuch gegen Seuxis Hernández Solarte alias „Jesús Santrich“ gestellt, teilte das kolumbianische Außenministerium am Donnerstag mit.

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Der frühere Rebellenführer und Unterhändler bei den Friedensverhandlungen mit der Regierung soll versucht haben, große Mengen Kokain in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos hat bereits durchblicken lassen, einer Auslieferung von Santrich zuzustimmen. Der Fall ist heikel, weil die früheren Rebellen eineinhalb Jahre nach dem Friedensvertrag der Regierung ohnehin vorwerfen, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten. Am 17. Juni wird in Kolumbien ein neuer Präsident gewählt. Der Favorit Iván Duque will das Abkommen zuungunsten der Ex-Guerilleros verändern.

Mit einem Friedensvertrag hatten die FARC und die Regierung Ende 2016 den über 50 Jahre andauernden internen Konflikt mit rund 220.000 Toten in dem südamerikanischen Land beendet. Die Rebellen legten die Waffen nieder und wollen künftig als politische Bewegung für ihre Ziele eintreten. Santrich sollte als Abgeordneter für die FARC-Partei einen der zehn vertraglich garantierten Parlamentssitze erhalten.




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