Letztes Update am Mo, 11.06.2018 23:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zombie-Opernball - „Freischütz“ traf an der Staatsoper den „Buh-Nerv“



Wien (APA) - Die Zombies stürmen den Opernball - und werden erbarmungslos ausgebuht. Heute, Montagabend, hatte Carl Maria von Webers „Freischütz“ an der Wiener Staatsoper als halb gares B-Movie Premiere und stieß in der Deutung von Regisseur Christian Räth auf breite Ablehnung. Gefeiert wurde allerdings Debütant und Stimmwunder Andreas Schager.

In der Hauptrolle des Max hatte der international gefragte österreichische Heldentenor bei seinem späten Einstand am Ring diesmal nicht um treffsichere Freikugeln den Pakt mit dem Teufel einzugehen: Räth macht Max zum Komponisten, der sich von der dunklen Seite der kreativen Macht die Inspiration holt. Neben einem wenig überzeugenden ästhetischen Medley aus Tanz der Vampire, Zombie Apocalypse und herumfliegendem Notenpapier ist den Machern dazu allerdings wenig eingefallen.

Recht verloren inmitten weiß bepuderter, untoter Gesichter wirkte Camilla Nylund als liebliche Agathe, die ihren makellosen Sopran auch nicht zu vollem Volumen und Strahlkraft führte. Daniela Fally gab ein bemühtes Ännchen, Andreas Schager überzeugte mit dem unerschütterlichen, großen Wohlklang seines Tenors, vermochte den ringenden Komponisten aber nicht mit Leben zu füllen.

(Die APA wird morgen, Dienstag, eine ausführliche Kritik senden.)




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