Letztes Update am Mo, 02.07.2018 02:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sicherheit Hauptthema bei Gipfel der Afrikanischen Union



Nouakchott/Addis Abeba (APA/AFP) - Überschattet von jihadistischer Gewalt hat am Sonntag der Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in Mauretanien begonnen. An dem Gipfel in der Hauptstadt Nouakchott nehmen die Staats- und Regierungschefs aus mehr als 40 afrikanischen Ländern teil, am Montag wird sich auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an den Gesprächen beteiligen.

Bei dem Gipfel geht es vorrangig um die Sicherheit in der Region, Mauretaniens Präsident Mohammed Ould Abdel Aziz wies am Sonntag jedoch darauf hin, die Sahel-Staaten hätten nicht nur mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen, sondern auch mit Dürre, Armut, Arbeitslosigkeit und illegalem Handel.

Aziz äußerte sich auch zu den Flüchtlingen, die sich von Afrika auf den Weg in die EU machten. Dies sei eine „Folge der ‚Zerstörung‘ Libyens durch westliche Angriffe“, sagte er dem französischen Sender France 24. „Ich sage nicht, dass die ganze Verantwortung bei Europa liegt, wir müssen mit dem Problem umgehen“, fügte er hinzu.

Bei dem AU-Gipfel soll es auch um den Konflikt im Südsudan sowie die politische Annäherung zwischen Äthiopien und Eritrea gehen. Zudem kamen am Sonntag am Rande des Treffens nach Angaben von Diplomaten die Vertreter der G5-Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso, Mauretanien, Niger und Tschad zusammen. Ziel des Treffens war es demnach, die Gespräche der G5-Staatschefs mit Macron vorzubereiten.

Frankreich, die ehemalige Kolonialmacht in der Sahelzone, hat in der Region im Zuge der „Operation Barkhane“ etwa 4.000 Soldaten stationiert. Es unterstützt außerdem eine gemeinsame Militäreinheit der Sahel-Staaten im Kampf gegen bewaffnete Jihadisten. Dazu kommt der UNO-Einsatz Minusma in Mali mit rund 12.000 Soldaten.

Das Treffen wird von Anschlägen in Mali und im Niger überschattet. Bei einem Angriff mutmaßlicher Extremisten in Mali sind am Sonntag nach Angaben Malis und Frankreichs vier Zivilisten getötet und rund 20 weitere Menschen verletzt worden, darunter vier französische Soldaten. Der Angriff ereignete sich in Gao im Norden des Landes, wie der französische Generalstab mitteilte. Die Soldaten sind Teil der „Operation Barkhane“.

Erst am Freitag war das Hauptquartier der internationalen G5-Sahel-Eingreiftruppe in Mali Ziel eines Selbstmordanschlags. Zu der Tat bekannte sich die mit der Terrororganisation Al-Kaida verbündete Jihadistenmiliz Unterstützungsgruppe für Islam und Muslime. Innerhalb von drei Tagen wurden damit bei vier verschiedenen Anschlägen in Mali 15 Menschen getötet.

Am Sonntag wurden überdies bei einem Anschlag auf einen Militärstützpunkt im Südosten des Niger nach Behördenangaben zehn Soldaten getötet. Drei weitere seien verletzt worden, vier würden vermisst, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Für die Tat wurde die Islamistengruppe Boko Haram verantwortlich gemacht.

~ WEB http://www.au.int/ ~ APA016 2018-07-02/02:54




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