Letztes Update am So, 21.10.2018 10:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grenzstreit mit Italien: Frankreich zeigt sich versöhnlich



Rom (APA) - Nachdem der italienische Innenminister Matteo Salvini nach einer neuen Grenzüberschreitung der französischen Polizei in Italien angekündigt hat, er werde italienische Polizisten an der Grenze zu Frankreich aufstellen, zeigt sich Paris versöhnlich. Der neue französische Innenminister, Christophe Castaner, kündigte ein Treffen mit Salvini an.

Dabei soll über die Abschiebung von Migranten diskutiert werden. Castaner kritisierte die geplante Entsendung italienischer Polizisten. Man dürfe keine Polemik nähren, sondern Lösungen finden. „Es kann keine Lösung ohne Kooperation geben“, sagte Castaner im Interview mit der französischen Tageszeitung „Le Journal du Dimanche“. Er forderte ein Treffen zwischen französischen und italienischen Polizeichefs für eine bessere Koordinierung der Anti-Migrations-Kontrollen.

Salvini hatte auf seiner Facebook-Seite ein Video gepostet, in dem ein Auto der französischen Gendarmerie im italienischen Grenzdorf Claviere zu sehen ist. Aus dem Auto steigen drei Migranten. Die Präfektur des französischen Departements Hautes-Alpes hatte von einem „normalen Vorgang“ gesprochen. Die Zurückweisung sei in Übereinstimmung mit dem zwischen französischer und italienischer Polizei vereinbarten Verfahren erfolgt. Sie entspreche im Übrigen europäischem Recht. Dies wurde von Salvini vehement bestritten.

„Die Zeiten haben sich geändert“, warnte Salvini. Rom werde nicht dulden, „dass auf französischem Territorium festgenommene Ausländer nach Italien gebracht werden, ohne dass unsere Sicherheitskräfte ihre Identität prüfen können“, sagte der Lega-Chef.




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