Letztes Update am So, 21.10.2018 18:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SIPRI-Friedensforscher: INF-Vertrag schon länger ein Problemfall



Stockholm (APA/dpa) - Die geplante Kündigung des wichtigen Abrüstungsvertrags INF durch die USA ist nach Einschätzung von Friedensforschern kein alleiniges Resultat der politischen Agenda des Präsidenten Donald Trump. Die Problematik habe sich über Jahre entwickelt, sagte Dan Smith, der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI der Deutschen Presse-Agentur.

Schon im Juli 2014 hätten die USA den Russen bescheinigt, den INF-Vertrag nicht einzuhalten. Und im Dezember letzten Jahres hätten sie dann erklärt, wie genau Russland den Vertrag ihrer Meinung nach verletzt. INF ist die Abkürzung von „Intermediate Range Nuclear Forces“ - zu Deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme.

Der INF-Vertrag war „ein besonders wichtiger Baustein in der Architektur der Rüstungskontrolle am Ende des Kalten Krieges“, sagte Smith. Ein weiterer sei der Atomwaffensperrvertrag New START mit einer Laufzeit bis 2021. Derzeit gebe es allerdings keine Gespräche über eine Verlängerung oder Erneuerung von New START.

SIPRI wurde 1966 als unabhängige Institution gegründet und verfolgt den Waffenhandel und andere Entwicklungen. Zu den Ressourcen gehören Datenbanken über die Rüstungsindustrie, militärische Ausgaben und Waffentransfers.

~ WEB http://www.sipri.org/ ~ APA274 2018-10-21/18:46




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