Letztes Update am Mo, 22.10.2018 06:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - EU-Kommissar warnt vor überstürzten Reaktionen



Berlin/Brüssel (APA/AFP) - Nach dem Tod des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat sich EU-Kommissar Günther Oettinger gegen einen sofortigen vollständigen Stopp von Waffenexporten in das Königreich ausgesprochen. Zwar könnten Entscheidungen über „einzelne Rüstungsexporte“ zurückgestellt werden, sagte Oettinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

„Eine grundsätzliche Entscheidung sollte man aber erst treffen, wenn eine umfassende Aufklärung geschehen ist - oder wenn man Vertuschung bei den Saudis vermuten muss.“

Saudi-Arabien habe zwar eine „Tötung“ Khashoggis zugegeben, sagte der deutsche Politiker. „Aber es ist noch nicht klar, ob es ein gemeiner Mord war.“ Es bestehe weiter Bedarf, „den Ablauf des möglichen Verbrechens aufzuklären“.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für einen vorläufigen Stopp von Rüstungsexporten an Saudi-Arabien ausgesprochen, die Grünen fordern nun konkrete Taten.

Riad hatte am Wochenende unter internationalem Druck eingeräumt, dass Khashoggi Anfang Oktober im Konsulat des Königreichs in Istanbul getötet worden war. Nach Angaben der saudi-arabischen Generalstaatsanwaltschaft führte eine „Schlägerei“ im Konsulat zum Tod des regierungskritischen Journalisten. Die Erklärung stieß international auf große Skepsis.




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