Letztes Update am Mo, 22.10.2018 12:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Burgenlands Banken sehen Zukunft bei Beratung in Kompetenzzentren



Eisenstadt (APA) - Die burgenländischen Banken sehen angesichts der Digitalisierung ihre Zukunft verstärkt im Bereich der Beratung der Kunden. Die Bankfilialen werde es auch noch in zehn, 15 Jahren geben, allerdings in Form von größeren Kompetenzzentren, meinte Raiffeisen-Generaldirektor Rudolf Könighofer am Montag. Das sei auch notwendig, um den Regularien gerecht zu werden.

„Das ist nur mehr leistbar von hoch professionell ausgebildeten Beratern in einer hohen Qualität in Zentren“, so Könighofer bei einer Pressekonferenz. 57 Prozent der burgenländischen Kunden würden bei Investmentprodukten den persönlichen Kontakt suchen, bei Krediten seien es über zwei Drittel. „Robo-Advisory“ werde bei Krediten oder längerfristigen Veranlagungen nicht die alleinige Schiene darstellen. Beratung werde das wichtigste Produkt der Banken sein.

Die Ressourcen in der Beratungsqualität sollen deutlich erhöht und die Berater von einfachen Tätigkeiten freigespielt werden. „Natürlich gibt es Mitarbeiter, die diesen Weg vielleicht nicht mehr mitgehen werden oder wollen. Aber wir sehen die digitale Welt als Chance für den Berater seinen Job wesentlich interessanter zu machen“, meinte Könighofer.

Auf die Frage, was das für das Filialnetz bedeute, meinte der Raiffeisen-Generaldirektor: „Das wird evolutionär gehen.“ Es werde voraussichtlich mehr qualifizierte Mitarbeiter in weniger Bankstellen geben. Er glaube aber nicht, dass es zu einem raschen Jobabbau kommen werde, da die Banken durch die Beratung und die Regularien alle Hände voll zu tun hätten.

Dass jemand mit einer Überweisung oder für einen Kontoauszug in eine Bankstelle gehe, werde mittelfristig nicht mehr passieren, zeigte sich Könighofer überzeugt. Bereits jetzt würden Transaktionen zunehmend online durchgeführt, berichtete Gerhard Nyul, Spartenobmannstellvertreter für Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Burgenland. Inzwischen werde der Computer bereits vom Smartphone abgelöst. Nur noch zwei bis fünf Prozent würden für eine Überweisung eine Filiale aufsuchen, bestätigte Harald Berger, Spartenobmann Bank und Versicherung. „Das Smartphone ist bei den Menschen in Österreich auch zur virtuellen Bankfiliale geworden.“ Die Kunden ab dem Jahrgang 2000 würden Bankgeschäfte ausschließlich mobil erledigen.




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