Letztes Update am Mo, 22.10.2018 12:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland zu INF-Kündigung: Müssten militärisches Gleichgewicht wahren



Moskau/Washington (APA/AFP/Reuters) - Der Kreml hat US-Präsident Donald Trump vor dem Ausstieg aus einem wichtigen Abrüstungsabkommen mit Russland gewarnt. Wenn Trump seinen Plan in die Tat umsetze, werde dies „die Welt gefährlicher machen“, bekräftigte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. Russland wäre bei einer dann gezwungen, Maßnahmen zur Wiederherstellung des militärischen Gleichgewichts zu ergreifen.

Einen atomaren Erstschlag Russlands schloss Peskow aber aus - selbst bei einem drohenden Atomangriff. „Wir werden niemals zuerst jemanden angreifen“, sagte er vor Journalisten. Russland behalte sich nicht das Recht vor, „als Erster zuzuschlagen“ und einen „Präventivschlag“ auszuführen. Trumps Vorwurf, dass Russland das INF-Abkommen verletze, wies der Sprecher von Präsident Wladimir Putin erneut zurück.

Trump hatte am Samstag angekündigt, aus dem INF-Abkommen mit Russland auszusteigen. Der 1987 geschlossene Vertrag verpflichtet die USA und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion zur Abschaffung aller landgestützten, atomar bestückbaren Mittelstreckenraketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometern. Russland und die USA werfen sich gegenseitig vor, gegen das Abkommen verstoßen.

Am Sonntag war Trumps Sicherheitsberater zu Gesprächen in Moskau eingetroffen, die am Montag beginnen sollten. Geplant sind Treffen mit Außenminister Sergej Lawrow und dem Chef des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew. Am Dienstag könnte Bolton auch Präsident Putin treffen. Nach Angaben seines Sprechers hofft Putin auf „Erklärungen“ zu Trumps Plänen.

Der britischen Zeitung „The Guardian“ zufolge hat Bolton Trump zum Ausstieg aus dem INF-Vertrag bewogen. Sein Besuch in Moskau war aber schon vor Trumps Ankündigung geplant. Die Gespräche könnten auch der Vorbereitung eines möglichen Treffens zwischen Trump und Putin vor Jahresende dienen.




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