Letztes Update am Mo, 22.10.2018 13:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südtirol-Wahl - ÖVP gratuliert



Bozen/Wien (APA) - Das Ergebnis der Südtiroler Landtagswahl hat in Österreich zunächst verhaltene Reaktionen ausgelöst. Von der Bundes-ÖVP äußerte sich in der Früh nur Südtirol-Sprecher Hermann Gahr, der Landeshauptmann Arno Kompatscher und der SVP zum Ergebnis gratulierte. Während die FPÖ enttäuscht reagierte, freute sich die SPÖ über die klare Wahlniederlage der Freiheitlichen und der Süd-Tiroler Freiheit.

Trotz der Stimmenverluste der SVP sah der ÖVP-Abgeordnete Gahr „die bürgerlichen Kräfte in Südtirol“ gestärkt und einen „klaren Auftrag“ an Landeshauptmann Kompatscher, „nun eine stabile Regierung der positiven Kräfte zu bilden“. Dabei müsse klar sein, „die Zukunft liegt in der Europaregion Tirol mit einem klaren Bekenntnis zur EU“, so Gahr offenbar mit Blick auf die Lega.

Der FPÖ-Südtirol-Sprecher Werner Neubauer zeigte sich dagegen enttäuscht und sprach von einer „herben Niederlage“ für die Schwesterpartei in Südtirol. Neubauer kritisierte die innerparteilichen Streitigkeiten bei den Freiheitlichen und forderte einen Neustart: „Dieses Ergebnis ist als Bilanz nach so manchem Fehler, der in der Vergangenheit gemacht wurde, zu sehen, aber auch - und das muss ganz offen gesagt werden - als Resultat von Einzelpersonen aus den eigenen Reihen, die mit höchstem Eifer die Arbeit der ansonsten in sich geschlossenen Gruppe konterkariert haben.“

Der außenpolitische Sprecher der SPÖ, Andreas Schieder, sah in der Wahlniederlage der Freiheitlichen und der Südtiroler Freiheit „nicht nur ein Votum gegen Rechtsparteien, sondern auch eine Absage an die unverantwortliche Doppelpass-Politik, die die FPÖ nach Südtirol hineintragen wollte“. „Wahlkampfhelfer Strache und die Südtiroler FPÖ haben damit von den WählerInnen die Rechnung bekommen für ihren Versuch, die Südtiroler Bevölkerung zu spalten“, sagte Schieder laut Aussendung. Die Mehrheit der Südtiroler wisse, dass das Vorhaben „Null Nutzen für die Autonomie“ habe und „eher dem gedeihlichen Zusammenleben der Südtiroler Volksgruppen - ebenso wie dem Verhältnis zwischen Österreich und Italien“ schade. Es sei erfreulich, dass die proeuropäischen Kräfte in Südtirol gestärkt wurden.




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