Letztes Update am Mo, 22.10.2018 13:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steirischer Sozialbericht: Rund 41.000 Menschen von Armut betroffen



Graz (APA) - In der Steiermark sind 41.000 Menschen von Armut betroffen, das entspricht drei Prozent der steirischen Bevölkerung. Das geht aus einem am Montag in Graz von Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) vorgestellten Bericht hervor. „Wir können uns nicht freuen, dass es nur drei Prozent der Bevölkerung sind - jede betroffene Person ist eine zu viel“, sagte Kampus.

Der Bericht „Armut in der Steiermark“ sowie der Sozialbericht 2015-2017 werden am Dienstag im Landtag präsentiert. Kampus fordert einen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto, mehr und bessere Kinderbetreuung zum Vorteil berufstätiger Frauen und Initiativen im Bildungsbereich.

Rund 41.000 Steirer, etwa drei Prozent der Bevölkerung, seien laut einer Studie „erheblich materiell depriviert.“ Sie können also beispielsweise die Wohnung nicht angemessen warm halten, unerwartete Ausgaben nicht bewältigen, oder sich alltägliche Geräte wie eine Waschmaschine oder ein Telefon nicht leisten.

Die Steiermark liegt somit einen Prozentpunkt unter dem Österreichschnitt von vier Prozent, „damit will ich mich aber nicht zufriedengeben“, sagte Kampus. Insgesamt von Armut gefährdet und betroffen waren im vergangenen Jahr rund 196.000 Steirer, etwa 16 Prozent der Bevölkerung, davon laut Kampus 50.000 Kinder.

Die absolute Zahl der armutsgefährdeten Personen stieg in den vergangenen Jahren stets an, 2015 waren es 166.000 Personen, 2013 waren es 130.000. Der prozentuelle Anteil der Armutsgefährdeten an der Bevölkerung änderte sich hingegen nur wenig, seit 2007 lag er jedes Jahr zwischen 11 und 16 Prozent.

Auch gegen die Stigmatisierung von Armut will Kampus eintreten: „Armut wird ja oft als Schande erlebt, führt zu sozialer Isolation und dazu, dass sich die Betroffenen nicht trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Das neu gegründete Armutsnetzwerk Steiermark soll helfen, Armut und soziale Ausgrenzung reduzieren.

Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von zwölf Organisationen, die sich mit dem Thema Armut und Armutsbekämpfung beschäftigen und wird jährlich mit 15.000 Euro aus dem Sozialressort unterstützt. Die Finanzierung steht bis 2020. Ähnliche Einrichtungen gibt es auch in anderen Bundesländern.

145 Seiten ist der Sozialbericht der Jahre 2015 bis 2017 stark. Dazu kommt noch der 90 Seiten umfassende Studie über „Armut in der Steiermark - eine Bestandsaufnahme in unterschiedlichen Bereichen“.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA285 2018-10-22/13:14




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