Letztes Update am Mo, 22.10.2018 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - Berlin bittet saudischen Botschafter zu Gespräch



Istanbul (APA/dpa) - Wegen des Todes des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat das deutsche Auswärtige Amt den Botschafter des Königreichs zu einem Gespräch ins Ministerium gebeten. Die Unterredung sei „zeitnah angedacht“, sagte Außenamts-Sprecherin Maria Adebahr am Montag in Berlin. Dabei solle dem Botschafter die deutsche Position zu dem Fall dargelegt werden.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende unter anderem erklärt, dass bis zur Aufklärung des Falls keine Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien mehr genehmigt werden. Wie mit bereits erteilten Genehmigungen verfahren wird, hat die deutsche Regierung nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert noch nicht entschieden.

Die deutsche Regierung will die europäischen Partner nun davon überzeugen, ebenfalls ihre Rüstungsexporte zu stoppen. Deutsche Unternehmen haben in diesem Jahr bereits Rüstungsgüter im Wert von 416 Millionen Euro nach Saudi-Arabien geliefert.

Khashoggi war am 2. Oktober in der saudischen Botschaft in Istanbul ums Leben gekommen. Die Saudis haben erklärt, er sei bei einem Faustkampf gestorben. Die türkischen Ermittler gehen dagegen von Mord aus.




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