Letztes Update am Mo, 22.10.2018 17:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


50 Jahre Arbeitnehmerfreizügigkeit: 17 Millionen EU-Bürger im Ausland



Brüssel (APA/dpa) - Immer mehr EU-Bürger ziehen zum Arbeiten in ein anderes Land der Staatengemeinschaft. 2017 lebten nach Angaben der EU-Kommission 17 Millionen EU-Bürger in einem anderen Mitgliedsstaat. Jedes Jahr ziehen eine Million Menschen ins EU-Ausland, während 680.000 in die Heimat zurückkehren. Daran erinnerte die Kommission am Montag zum 50. Jubiläum der Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Europäischen Union.

Insgesamt lebten 2017 diesen Zahlen zufolge 3,8 Prozent der EU-Bevölkerung nicht im eigenen, sondern in einem anderen EU-Staat. Der Anteil lag fast doppelt so hoch wie vor zehn Jahren.

Hinzu kommen 1,4 Millionen Grenzgänger - ein Plus von vierzig Prozent seit 2006 und 2,3 Millionen Entsendungen von Arbeitnehmern europaweit.

Die EU-Mitgliedstaaten mit dem geringsten Anteil mobiler Staatsangehöriger (an der Gesamtbevölkerung des Landes) sind Deutschland (1,0 Prozent), das Vereinigte Königreich (1,1 Prozent), Schweden und Frankreich (je 1,3 Prozent). Die wohlhabenden Länder ziehen stattdessen selbst viele Arbeitskräfte aus ärmeren EU-Staaten an.

Die Voraussetzungen dafür, dass jeder sich in einem anderen Staat der Gemeinschaft niederlassen und dort arbeiten darf, wurde im Oktober 1968 mit dem EU-Gesetz zur Freizügigkeit der Arbeitnehmer eingeführt. In einer Umfrage im Frühjahr nannten dies 82 Prozent eine Errungenschaft. Allerdings gilt der starke Zuzug von Osteuropa nach Großbritannien auch als einer der Gründe, dass sich eine Mehrheit der Briten 2016 für den EU-Austritt entschied.




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