Letztes Update am Mo, 22.10.2018 17:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wahlen im Trentino: Lega-Kandidat Fugatti neuer Landeshauptmann



Trient (APA) - Der Spitzenpolitiker von Italiens rechter Lega und Staatssekretär im italienischen Gesundheitsministerium, Massimo Fugatti, ist offiziell der neue Trentiner Landeshauptmann. Er wird die Provinz an der Spitze einer Koalition aus Mitte-Rechts-Parteien und autonomistischen Kräften führen. Der 43-Jährige behauptete sich mit 46,7 Prozent der Stimmen.

Damit geht für den Trentino eine 20-jährige Phase zu Ende, in der die Region von autonomistischen Mitte-Links-Kräften regiert wurde. Fugattis Mitte-Links-Rivale Giorgio Tonini musste sich laut der endgültigen Wahlergebnisse mit 25,4 Prozent der Stimmen begnügen. Der bisher regierende Landeshauptmann Ugo Rossi schaffte es lediglich auf 12,4 Prozent.

Die Lega behauptete sich als stärkste Einzelpartei und vervierfachte ihre Stimmen gegenüber 2013 auf 27 Prozent. Die Demokratische Partei (PD) musste sich mit 13,9 Prozent der Stimmen begnügen. Die in Rom regierende Fünf Sterne-Bewegung kam nicht über 7,2 Prozent hinaus.

Italiens Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini führte die positiven Resultate seiner Partei bei den Landtagswahlen in Trentino und in Südtirol auf die Leistungen der neuen Regierung zurück. „Das sind die ersten Wahlen seit unserem Amtsantritt. Das Wahlergebnis bezeugt, dass die Leute mit der Arbeit der Lega in diesen vier Monaten zufrieden sind“, so Salvini.

Die Lega sei die stärkste Einzelpartei in der Stadt Bozen sowie im gesamten Trentino. „Erstmals in der Geschichte Trentino-Südtirols muss die Linke nach Hause gehen“, kommentierte der Vizepremier. Vor allem das Ergebnis der Lega bei den Trentiner Landtagswahlen sei eklatant. „Die Bürger glauben mehr uns als Brüssel oder den Medien. Diese Resultate spornen mich noch mehr an, in Sachen Sicherheit und Einwanderung weiterzuarbeiten“, sagte Salvini bei einer Pressekonferenz am Montag in Mailand.

Fugatti betonte bei einer Pressekonferenz in Trient, die Wählerschaft habe ihren klaren Willen zum Wandel ausgedrückt. Die Fünf Sterne-Bewegung habe einen hohen Preis für die Wahlkampfaussage des Ministers für die Beziehungen zum Parlament, Riccardo Fraccaro, gezahlt, der sich vergangene Woche für einen Baustopp des Brennerbasistunnels (BBT) ausgesprochen hatte. „Der Brennerbasistunnel ist eine Infrastruktur, die unsere Provinz braucht“, betonte Fugatti.

Rund 427.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die Zusammensetzung des 35 Mandate umfassenden Landesparlaments zu entscheiden. Insgesamt beteiligten sich 22 Wahllisten mit 699 Kandidaten an den Wahlen.




Kommentieren