Letztes Update am Di, 23.10.2018 13:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Feuerbestattungen nehmen im Burgenland zu



Eisenstadt (APA) - Die Zahl der Feuerbestattungen ist im Burgenland am Zunehmen. Während diese im Jahr 2015 noch zehn Prozent der Bestattungen ausmachten, waren es im Vorjahr bereits 17 Prozent, berichtete der Landesinnungsmeister der burgenländischen Bestatter, Franz Nechansky, am Dienstag. Im Österreichvergleich stelle das Burgenland damit das Schlusslicht dar, der Bundesschnitt habe 2015 bei 42 Prozent gelegen.

Auch die Individualisierung sei im Burgenland ein großes Thema. Dabei gehe es darum, die Wünsche und Vorstellungen der Auftraggeber - sprich der Angehörigen - sowie der Verstorbenen selbst zu berücksichtigen. „Es ist auch im Prinzip der gesellschaftliche Wandel, dass hier oftmalig die Kirchen nicht mehr diese Stellung haben, wie es früher der Fall war“, sagte Nechansky. Er schätzte, dass etwa 15 Prozent der Bestattungen ohne kirchliche Ausrichtung stattfinden.

Hinsichtlich der Individualisierung berichtete der Landesinnungsmeister beispielsweise von einem Begräbnis in aller Stille, an dem nur die Lebensgefährtin sowie die Kinder teilnahmen und ein Nachrufredner über das Leben des Verstorbenen reflektierte. In einem anderen Fall ließ sich der Verstorbene in einem Pferdestall aufbahren, wo auch die Trauerfeier stattfand. Anschließend führte der Kondukt mit Pferdekutsche zur Beisetzung in den Friedhof.

Eine Gewässerbestattung - etwa im Neusiedler See - sei im Burgenland zurzeit nicht gestattet. Eine Alternative biete die Bestattung der Urne in der Donau in Niederösterreich. Weiters gebe es in Lutzmannsburg (Bezirk Oberpullendorf) einen Parkfriedhof.

Ein Trend sei, dass Menschen ihr Begräbnis zu Lebzeiten selbst bestimmen wollen. „Das geht soweit, dass die Menschen sich die Musikstücke, die gespielt werden, aussuchen“, erläuterte der Landesinnungsmeister. Auch die Finanzierung des Begräbnisses werde im Voraus geklärt.

Für die Bestattungsunternehmen bedeute dieser Wandel, nicht mehr als reine Sargverkäufer, sondern als Dienstleister zu agieren, meinte Nechansky. Die Aufgaben würden mittlerweile bis hin zur ersten psychologischen Begleitung der Kunden gehen. „Die Kunden sind in der Situation oftmals überfordert, manchmal vollkommen rat- und hilflos“, sagte Nechansky.

Zu den durchschnittlichen Kosten eines Begräbnisses wollte sich Nechansky nicht festlegen. Diese würden stark von den individuellen Wünschen und Rahmenbedingungen abhängen. Beispielsweise gebe es bei den Gebühren für den Priester oder für die Leichenhalle große Unterschiede zwischen den Gemeinden. Im Burgenland gibt es 63 Bestattungsbetriebe.




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