Letztes Update am Di, 23.10.2018 13:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


OECD-Studie: Faßmann sieht Maßnahmen bestätigt



Wien (APA) - Durch die OECD-Studie zur Chancenungleichheit in der Bildung sieht sich Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in seiner Schwerpunktsetzung bestätigt. So solle der Benachteiligung von Kindern bereits möglichst früh entgegengewirkt werden - also bereits beim Übergang vom Kindergarten in die Volksschule, so Faßmann in einer Aussendung. Kritik kommt von der Opposition.

Spezieller Förderbedarf soll bereits an der Schnittstelle Kindergarten-Volksschule festgestellt werden, betonte der Minister. „Auch die geplanten Talentechecks vor den Bildungsübergängen in der dritten und siebenten Schulstufe sollen zu mehr Durchlässigkeit führen“, so Faßmann. Dazu kämen neue Beurteilungsraster und damit verbunden bedarfsorientierter verpflichtender Förderunterricht sowie die „gezielte Förderung der Unterrichtssprache im Rahmen der Deutschförderklassen“. Außerdem wünscht er sich verpflichtende Aufklärungsgespräche mit den Eltern.

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid will dagegen die Umsetzung eines „Chancenindex“ für die Schulen, 5.000 zusätzliche Lehrer an Brennpunktschulen, kostenlose Nachhilfeangebote in ganz Österreich und einen raschen Ausbau der Ganztagsschulen. „Was jetzt unter Schwarz-Blau passiert, ist allerdings ein bildungspolitischer Backlash“, so Hammerschmid in einer Aussendung. „Der Zug geht in Richtung mehr und frühere Segregation - etwa mit der Wiedereinführung von zwei Leistungsgruppen in der Neuen Mittelschule.“

Ähnlich die NEOS: Bei ihnen läuft das Konzept eines Sozial- bzw. Chancenindexes unter „Chancenbonus“: „Wir wollen bedeutend mehr Mittel in die Hand nehmen und den Schulen als Bonus zur Verfügung stellen“, so Bildungssprecher Douglas Hoyos. Die Höhe dieses zusätzlichen Budgets solle anhand des sozialen Hintergrunds der Kinder berechnet werden und den Schulen für maßgeschneiderte Konzepte zur Verfügung stehen.

„Dass der soziale Status der Eltern immer noch eine wesentliche Rolle beim Bildungsweg der Kinder spielt, ist in einem Land wie Österreich nicht hinzunehmen“, kritisierte sein Liste-Pilz-Pendant Stephanie Cox. Auch sie verlangt die Einführung eines Chancenindex. So würden Schulen mit besonderen Herausforderungen, wie beispielsweise viele Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache oder aus finanziell benachteiligten Familien, mehr Ressourcen bekommen und bessere Fördermaßnahmen setzen können.

~ WEB http://www.oecd.org/ ~ APA269 2018-10-23/13:23




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