Letztes Update am Di, 23.10.2018 13:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


KH Nord 2 - Janßen: Politische Einflussnahme störte Management



Wien (APA) - Ex-KAV-Generaldirektor Janßen warf der Politik Einflussnahme auf das Management des Krankenanstaltenverbunds (KAV) vor. Er sei zwar nicht der Ansicht, dass es eine „vorsätzliche Schädigung“ durch die frühere Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) gegeben habe. Aber: „Ich glaube, dass die Einflussnahme der Politik ein vernünftiges Management beeinträchtigt hat“, sagte er.

Wehsely habe in ihrer Rolle als politisch Verantwortliche gestalten wollen und versucht, Einfluss zu nehmen. „Ich glaube, dass die Stadt gut beraten ist, den KAV in die tatsächliche Selbstständigkeit zu entlassen“, so Janßen.

Auf die Frage, was aus seiner Sicht die Gründe für die Kostenüberschreitung und die Verzögerung des Großprojekts KH Nord seien, bekräftigte Janßen seine Einschätzung, dass „Projekte eskalieren, wenn in einer frühen Phase Fehler gemacht werden“. Neben der „nicht hinreichenden Planungsvorlage“ seien viele Risiken schlagend geworden: „Die Insolvenz der Fassadenfirma ist sicherlich der kritischste Moment nach den insuffizienten Plänen zur Statik gewesen.“

Nach der Insolvenz der Firma, die mit der Errichtung der Fassade des Krankenhauses Nord beauftragt war, dachte der Krankenanstaltenverbund über einen Baustopp nach, entschied sich aber dagegen. Janßen verteidigte diesen Entschluss. „Wenn damals eine andere Entscheidung getroffen worden wäre, würden wir heute hier sitzen und über eine Bauruine reden.“

Die Stadt trennte sich im Frühjahr 2017 von Janßen. Die damalige Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) begründete die Auflösung des Vertrags damit, dass das Vertrauen verloren gegangen sei. „Wenn Sie sich inhaltlich nichts zuschulden kommen lassen, bleibt nur der Vertrauensentzug“, kommentierte Janßen im Rahmen der Untersuchungskommission diese Argumentation. Die Stadt zahlte Janßen knapp 400.000 Euro wegen der vorzeitigen Vertragsauflösung. Er dementierte, dass es eine „Ausstiegsklausel“ in seinem Vertrag gegeben hätte, die der Stadt diese Zahlung erspart hätte.




Kommentieren