Letztes Update am Di, 23.10.2018 13:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Argentinischer Sozialaktivist warnt vor Mercosur-Abkommen



Graz (APA) - Vor drastischen Folgen eines derzeit verhandelten Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) warnt der argentinische Sozialaktivist Juan Carlos Figueredo. Er sieht Probleme sowohl in Südamerika als auch in der EU aufkommen.

„Der Vertrag würde alle Land-, Umwelt- und Sozialprobleme Südamerikas stark verschlimmern und auch Österreichs kleinstrukturierte Landwirtschaft unter Druck setzen. In jedem Kilogramm an Lebensmitteln, das von Südamerika in die EU kommt, steckt Umweltschädigung, Unrecht und Leid“, sagte der langjährige Projektpartner des Welthauses der Diözese Graz am Dienstag im Interview mit „Kathpress“.

Figueredo warnt vor argentinischer Produktion fast ausschließlich in Monokulturen und industrieller Landwirtschaft. „Dafür wird Wald abgeholzt, was sich schlecht für das Weltklima auswirkt, es gibt enorme Verunreinigung des Ökosystems durch Agrochemikalien und schlimme soziale Folgen wie die mitunter gewaltsame Vertreibung indigener Kleinbauern von ihrem Land“, sagte Figueredo, dessen kirchliche Organisation INCUPO sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Ureinwohner stark macht. Er fürchte eine Verschärfung des Hungerproblems in Argentinien.

In Europa kämen kleine Landwirte durch den Freihandel noch mehr unter Druck, könnten sie doch mit dem Billigfleisch der riesigen Geflügel- und Rinderfarmen in Südamerika preislich nicht mithalten. Weiters sei argentinisches Rindfleisch mit Agrochemikalien wie Glyphosat belastet, denn obwohl die Rinder der Großfarmen auf offenen Weiden lebten, werde am Ende der Mast transgenes Futter wie etwa Soja, Mais oder Baumwollsaat verfüttert.

~ WEB http://www.mercosur.int/ ~ APA287 2018-10-23/13:52




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