Letztes Update am Di, 23.10.2018 14:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen weiten Verluste zu Mittag aus



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag im Verlauf ihre deutlichen Verluste noch etwas ausgeweitet. Kurz vor 14.00 Uhr fiel der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 32,57 Einheiten oder 1,02 Prozent auf 3.157,52 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte mit 11.309,84 Punkten und minus 214,50 Einheiten oder 1,86 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor um 53,85 Zähler oder 0,76 Prozent und steht nun bei 6.988,95 Stellen.

Die Stimmung der Anleger ist von den internationalen Konflikten belastet. Neben dem ungelösten Handelsstreit zwischen den USA und China und dem Konflikt um die mutmaßliche Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul sorgt die Diskussion um den italienischen Staatshaushalt für Verunsicherung.

Kursbewegende Konjunkturdaten werden keine erwartet. Am Vormittag hatte sich gezeigt, dass in Deutschland die Inflation auf Herstellerebene weiter angezogen hat. Im Verlauf folgen noch das Verbrauchervertrauen der EU-Kommission sowie der Richmond-Fed-Index aus den USA. Impulse lieferten vor allem Unternehmensnachrichten.

So hat die US-Kartellbehörde grünes Licht für die milliardenschwere Fusion von Linde und Praxair zum weltgrößten Industriegase-Konzern gegeben. Wie die Federal Trade Commission (FTC) bereits am Montag mitteilte, müssen sich jedoch beide Konzerne von verschiedenen Geschäftsteilen trennen, damit auch nach dem Zusammenschluss der Wettbewerb im Gasemarkt gewährleistet ist. Zuletzt legten Linde-Aktien noch um 1,37 Prozent zu.

In Zürich brachen unterdessen die Aktien des österreichischen Chipherstellers ams nach einem enttäuschenden Ausblick auf das Schlussquartal um ein knappes Viertel ein. Im Euro-Stoxx-50 gaben im Sog die Papiere des Chipindustriezulieferers ASML um deutliche 4 Prozent nach und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Leitindex für die Eurozone.

Noch schwächer tendierten nur noch die Anteilsscheine von Bayer. Ein US-Gericht hat zwar Strafzahlungen gegen die Bayer-Tochter Monsanto deutlich reduziert, eine Neuabwicklung des Prozesses wegen möglicher gesundheitlicher Folgen von Glyphosat aber abgelehnt. Bayer will gegen das Urteil Berufung einlegen. Im Mittagshandel fiel der Kurs des deutschen Chemie- und Pharmaunternehmens um 8,88 Prozent.

Für die Anteilsscheine des Autobauers Renault ging es nach der Vorlage enttäuschender Umsatzzahlen um 1,64 Prozent abwärts. Der Konzern bekam erneut die Schwäche der Währungen von Schwellenländern zu spüren. Zudem brach die Nachfrage in Indien und der Türkei ein.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA296 2018-10-23/14:01




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