Letztes Update am Di, 23.10.2018 15:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - Riad will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen



Riad/Istanbul (APA/AFP/dpa) - Die saudi-arabische Regierung hat zugesichert, alle Verantwortlichen für die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei sei es unerheblich, „wer auch immer sie sein mögen“, hieß es in einer Erklärung des Kabinetts, die am Dienstag von der staatlichen Nachrichtenagentur SPA verbreitet wurde.

Das Königreich habe Maßnahmen ergriffen, um „die Wahrheit aufzudecken“ und die Verantwortlichen zu bestrafen, hieß es weiter.

Saudi-Arabien hatte am Samstag unter internationalem Druck zugegeben, dass der Regierungskritiker am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul bei einer „Schlägerei“ getötet worden sei. Weltweit stößt diese Darstellung aber auf Skepsis, nachdem Riad wochenlang versichert hatte, dass Khashoggi das Konsulat lebend verlassen habe.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan widersprach der offiziellen Version Riads am Dienstag. Er bezeichnete die Tötung Khashoggis als „politischen Mord“, der von einem aus Saudi-Arabien entsandten Kommando Tage im Voraus „geplant“ worden sei. Von der Führung in Saudi-Arabien verlangte Erdogan Aufklärung, „wer den Befehl für das Verbrechen“ gegeben habe. Die Verdächtigen will er in der Türkei vor Gericht stellen.

Türkische Sicherheitskräfte haben am Dienstagi eine Villa in der Nähe von Istanbul durchsucht. 40 Polizisten seien zwei Stunden lang in dem dreistöckigen Haus in der Yalova-Provinz gewesen, berichtete die Zeitung „Hürriyet“. Demnach soll das Gebäude einem Mitglied des 15-köpfigen Spezialkommandos gehören, das Khashoggi getötet haben soll.




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