Letztes Update am Di, 23.10.2018 18:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Groß angelegte Suchaktion nach zwei Bergsteigern in Kärnten



Gmünd (APA) - 50 Bergretter und Alpinpolizisten sind am Dienstagabend bei einer groß angelegten Suchaktion auf der Hochalmspitze (Bezirk Spittal an der Drau) im Einsatz gestanden. Wie die Polizei auf APA-Anfrage mitteilte, werden zwei Alpinisten vermisst, bei ihnen handelt es sich vermutlich um tschechische Staatsbürger, die seit Montag am Berg unterwegs sein dürften.

Bereits am Montagabend hatte es einen Bergrettungseinsatz auf dem mehr als 3.000 Meter hohen Berg gegeben. Nach einem Notruf hatte die Besatzung eines Polizeihubschraubers insgesamt drei Personen am Grat östlich der Hochalmspitze ausgemacht. Acht Bergretter stiegen auf und brachten zwei Ungarn, die offensichtlich den Abstieg in Richtung Giesener Hütte nicht mehr finden konnten, in Sicherheit. Da von dem dritten Mann vorerst jede Spur fehlte, startete die Polizei zuerst einen Aufruf, dass sich der Mann melden sollte.

Nach den Aussagen der ungarischen Bergsteiger wurde am Dienstag aber eine erneute Suchaktion gestartet. Sie hatten nämlich angegeben, dass sie am Berg zwei tschechische Bergkameraden getroffen hatten, die auf unterschiedlichen Routen in Richtung Gipfel unterwegs waren. Dietmar Dorfer von der Alpinpolizei Spittal an der Drau bestätigte am Abend einen Bericht des ORF Kärnten, wonach einer der Bergsteiger vom Hubschrauber aus in einer Felskluft lokalisiert wurde - er hatte die ganze Nacht auf Dienstag im Freien auf einer Seehöhe von rund 3.200 Metern verbracht. „Es wurde versucht, eine Seilbergung durchzuführen - aber weder eine Bergung noch eine Landung war wegen des Sturms möglich“, so Dorfer. Gegen Abend wurde der Hubschrauber schließlich abgezogen.

Die Rettungsmannschaft am Boden erreichte unterdessen die Felskluft, der Bergsteiger war aber nicht mehr da - er dürfte weitergegangen sein. Von dem zweiten Alpinisten fehlte nach wie vor jede Spur. Die Suchaktion war am Abend noch im Gange.

Der Grund, dass gleich zwei Bergsteigergruppen - die Ungarn und die Tschechen - am Montagabend so spät noch am Berg gewesen waren, dürfte gewesen sein, dass beide die Tour unterschätzt hatten.




Kommentieren