Letztes Update am Di, 23.10.2018 23:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - USA kündigen Visa-Entzug und weitere Sanktionen an



Washington/Istanbul (APA/AFP) - Die USA haben erste Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi angekündigt. Seine Regierung werde den Saudi-Arabern, die in die Tat verwickelt seien, das Visum entziehen, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag in Washington.

„Diese Strafen werden nicht das letzte Wort der Vereinigten Staaten in dieser Angelegenheit sein“, fügte er hinzu. Denkbar seien auch Finanzsanktionen gegen Einzelpersonen.

Für die US-Regierung sei es nicht hinnehmbar, dass ein Journalist durch Gewalt zum Schweigen gebracht werde, betonte Pompeo. Er machte keine Angaben dazu, wie viele Personen von den Strafmaßnahmen betroffen sind. Washington habe einen Teil der Verdächtigen identifiziert. Sie entstammten den „Geheimdiensten, dem Königshof, dem Außenministerium und weiteren saudischen Ministerin“, sagte Pompeo.

Die Regierung in Riad hatte am Samstag erklärt, Khashoggi sei am 2. Oktober im Istanbuler Konsulat seines Landes bei einer „Schlägerei“ getötet worden. Diese Darstellung stieß allerdings weltweit auf Skepsis.

Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich unzufrieden mit den Erklärungen des Königreichs. Am Dienstag sagte er, die Tat sei dilettantisch verschleiert worden. Schon der Tatplan sei „sehr schlecht“ gewesen, sagte Trump im Weißen Haus. „Er wurde schlecht ausgeführt und die Vertuschungsaktion war eine der schlechtesten Vertuschungsaktionen in der Geschichte.“

Trumps Stellvertreter Mike Pence kündigte inzwischen an, seine Regierung werde weitere Antworten von Riad verlangen. Für die US-Regierung ist der Fall wegen der engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Saudi-Arabien und dem gemeinsamen Vorgehen gegen den Iran überaus delikat.




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