Letztes Update am Mi, 24.10.2018 10:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Teufelsloch“ zeigt: Wüsten in den USA werden extradry



Innsbruck/Wien (APA) - Selbst Wüstengebiete wie das „Große Becken“ im Südwesten der USA wird der Klimawandel noch trockener und heißer machen, prophezeien Tiroler Wissenschafter. Diese Voraussage basiert auf der dortigen Klimageschichte, die sie aus bis zu 350.000 Jahre alten Grundwasser-Ablagerungen im „Devils Hole“ in der Wüste Nevadas rekonstruierten. Die Studie erschien im Fachmagazin „Science Advances“.

Die Forscher um Kathleen Wendt und Christoph Spötl vom Institut für Geologie der Universität Innsbruck bestimmte das Alter der Kalzit-Ablagerungen in dem bis zu 150 Meter tiefen Grundwasser-Reservoir. Daraus konnten sie ermitteln, wie sich die Höhe des Grundwasserspiegels im „Teufelsloch“ in den vergangenen 350.000 Jahren verändert hat. Dieses Mineral lagert sich nämlich an den Felswänden an, wenn das Grundwasser langsam durch die Gänge der Höhle fließt, so Wendt in einer Aussendung.

Sie konnten Schwankungen in der Höhe des Grundwassers von bis zu zehn Metern über dem heutigen Niveau erkennen und nachvollziehen, wie sich das Niederschlagsmuster im Südwesten der Vereinigten Staaten in Vorzeiten verändert hat. Diese Region bezieht das wenige Wasser von Winterstürmen, die vom Pazifik her über das Land ziehen. Wo und wie heftig sie sich abregnen, wäre von vielen Faktoren wie der Oberflächentemperatur und den Drucksystemen des Ostpazifiks abhängig, erklärten die Forscher.

Wenn sich diese Faktoren zum Beispiel während einer Eiszeit veränderten, hatte dies deutliche Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel im „Devils Hole“. „Die Vergangenheit hat uns damit gezeigt, dass dieser Wasserversorger unglaublich empfindlich auf die globalen Klimaänderungen reagiert“, so die Geologin.

Die Zeugnisse aus der Vorgeschichte würden auf eine noch trockenere Zukunft hindeuten, meint sie: „Klimamodelle prognostizieren für diese Region im nächsten Jahrhundert noch höhere Temperaturen und noch weniger Niederschläge“. Dieser Trend sei auf eine allmähliche Nordverschiebung der pazifischen Zugbahnen zurückzuführen, was die Niederschlagsmenge, die in Zukunft das „Große Becken“ („Great Basin“) erreicht, reduzieren wird.

(SERVICE - Internet: http: http://dx.doi.org/10.1126/sciadv.aau1375)




Kommentieren