Letztes Update am Mi, 24.10.2018 11:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tusk: Heuchelei im Fall Khashoggi würde Schande über EU bringen



Straßburg (APA/dpa/AFP) - EU-Ratspräsident Tusk hat im Fall des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi vorbehaltlose Aufklärung gefordert. „Das war ein solch furchtbares Verbrechen, dass schon der kleinste Hauch von Heuchelei Schande über uns bringen würde“, sagte Tusk am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg. Das einzige Interesse der EU sei es, „alle Details ans Licht zu bringen - egal wer dahinter steckt“.

Saudi-Arabien hatte die Tötung Khashoggis im Konsulat des Königreichs in Istanbul vor drei Wochen lange geleugnet und erst unter großem Druck eingeräumt. 18 saudische Staatsangehörige wurden festgenommen. Kronprinz Mohammed bin Salman bestreitet jede Verantwortung. An der Darstellung Saudi-Arabiens, Khashoggi sei bei einem aus dem Ruder gelaufenen Faustkampf gestorben, gibt es Zweifel. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach am Dienstag von einem „barbarischen geplanten Mord“.

Die EU und ihre Institutionen dürften sich nicht in „irgendein zwielichtiges Spiel verwickeln lassen“, warnte Tusk. Am Dienstag hatte schon die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini eine „glaubwürdige Untersuchung“ des Verbrechens gefordert.




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