Letztes Update am Mi, 24.10.2018 11:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


27-jähriger Burgenländer wegen Kirtagsschlägerei vor Gericht



Eisenstadt (APA) - Ein 27-jähriger Burgenländer hat sich am Mittwoch wegen schwerer Körperverletzung nach einer Kirtagsschlägerei im heurigen Juni in Eisenstadt vor Gericht verantworten müssen. Der Mann soll einem 40-Jährigen kurz vor der Sperrstunde im Stehen einen Fußtritt gegen den Kopf versetzt haben. Das Opfer erlitt einen Kieferbruch. Der 27-Jährige kam mit einer Diversion davon.

„Ich habe so gut wie keine Erinnerung, aber ich kann es auch nicht ausschließen, dass das so passiert ist, wie die Zeugen es gesagt haben“, meinte der Angeklagte. Was er noch wisse, sei, dass er sehr stark alkoholisiert gewesen sei. Er habe bereits um 9.00 Uhr zu trinken begonnen - Bier, Spritzer, aber auch härtere Sachen.

Nachdem er und ein Freund bereits zuvor der Veranstaltungshalle verwiesen worden seien, weil laut Opfer „schon vorher was passiert ist“, soll es kurz vor Mitternacht zu dem Fußtritt gekommen sein. „Der Freund hat gesagt, er will wieder in die Halle, er ist auch aus dem Ort, er will wieder hinein“, erinnerte sich der 40-Jährige, der Mitglied des veranstaltenden Vereins ist. „Er war wirklich stark alkoholisiert. Das war ein Mitgrund, dass ich nicht mehr wollte, dass er noch einmal in die Halle kommt. Es war außerdem kurz vor Sperrstunde.“

Das „Nein“, das das Opfer gegenüber seinem Freund ausgesprochen hatte, dürfte dem 27-Jährigen nicht gepasst haben, vermutete die Frau des 40-Jährigen, die neben ihrem Mann stand. „Ich habe mich noch gewundert, wie man so hoch das Bein heben und hintreten kann“, erzählte sie. Danach sei der Angeklagte noch einmal auf ihn losgegangen. Erst dann habe sich ihr Mann gewehrt.

Schmerzensgeld wollte das Opfer, das zweimal operiert werden musste, keines. „Ich möchte da jetzt kein Geld machen. Für mich ist das heute erledigt“, sagte der Mann. Der 27-Jährige, der sich bereit erklärt hätte, den Schaden wieder gut zu machen, kam nach einer Diversion aus dem Jahr 2008 wegen Sachbeschädigung noch einmal mit einer diversionellen Erledigung davon. „Beim nächsten Mal gibt‘s da aber eine Verurteilung“, teilte ihm die Staatsanwältin mit. Auch die Richterin gab dem jungen Mann mit: „Es wäre halt echt wichtig, dass Sie nicht mehr so viel trinken würden, wenn man sich nicht unter Kontrolle hat“. Der 27-Jährige muss in Summe 550 Euro Geldstrafe bezahlen.




Kommentieren