Letztes Update am Mi, 24.10.2018 11:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gelbard-Tod - Bundespräsident würdigt Verstorbenen



Wien (APA) - Der Tod des Holocaust-Überlebenden Rudolf Gelbard hat am Mittwoch Betroffenheit auf allen gesellschaftlichen Ebenen ausgelöst. Österreich verliere „einen wichtigen Zeitzeugen der Schoah, einen wachsamen Mahner vor Antisemitismus und Intoleranz sowie einen engagierten Kämpfer für Demokratie, Humanismus und Rechtsstaatlichkeit“, meinte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Aussendung.

„Seine Offenheit und Menschlichkeit haben dazu beigetragen, dass seine Stimme Gehör und seine Worte Gewicht fanden“, betonte Van der Bellen und weiter: „In diesem Moment eines so schmerzlichen Verlustes ist es unsere gemeinsame Verpflichtung, das Erbe dieses großen Österreichers zu bewahren. Unser Mitgefühl ist bei seiner Familie und seinen Freundinnen und Freunden.“

Auch Van der Bellens Vorgänger als Staatsoberhaupt, Heinz Fischer, reagierte auf die „erschütternde Nachricht“. Gelbard sei nicht nur Zeit seines Lebens ein glaubwürdiger Anti-Faschist, sondern auch ein genauer Kenner und präziser Kritiker des Kommunismus und Stalinismus gewesen, schrieb der ehemalige Bundespräsident, der auch ein enger Vertrauter des nun Verstorbenen war.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Oskar Deutsch, schrieb in einer Aussendung: „Wir werden Rudi Gelbard als einen erfahrenen und verlässlichen Mitstreiter vermissen. Mit ihm verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit und einen engen Freund.“ Die Israelitische Kultusgemeinde werde Gelbard stets ein ehrendes Andenken wahren.

Zahlreich waren auch die Reaktionen aus der Sozialdemokratie, Gelbards politischer Heimat. Trauerbekundungen kamen unter anderem aus der Bundespartei, der Wiener SPÖ, dem Parlamentsklub sowie der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament. „Mit Rudi Gelbard verlieren wir einen starken Antifaschisten, einen unermüdlichen Kämpfer für Humanität und Solidarität und wir verlieren einen großartigen Menschen“, schrieb die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ).

Nicht nur Sozialdemokraten reagierten mit Betroffenheit, auch die NEOS würdigten den Zeitzeugen in einer Aussendung. Deren Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger verneigte sich „mit tiefem Respekt“ und schrieb: „Gelbard hat sich sein ganzes Leben lang für Bildung und Aufklärung engagiert, hat mit Schülerinnen und Schülern gearbeitet und ist als Zeitzeuge und Mahner - auch vor der Verharmlosung von FPÖ-Einzelfällen - aufgetreten.“

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA213 2018-10-24/11:46




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