Letztes Update am Mi, 24.10.2018 12:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsches Kartellamt untersucht Marktmacht im Möbelhandel



Bonneuil-sur-Marne (APA/dpa) - Das deutsche Bundeskartellamt will die Marktmacht von Einkaufsgemeinschaften im Möbelhandel genauer unter die Lupe nehmen und hat dazu eine Untersuchung gegen die größte deutsche Einkaufskooperation VME Union GmbH eingeleitet. Hintergrund sei unter anderem der mit 1. Jänner geplante Beitritt der Krieger-Gruppe (Möbel Höffner), teilte das Bundeskartellamt am Mittwoch in Bonn mit.

Das Kartellamt müsse darauf achten, dass keine bedenkliche Nachfragemacht zulasten der überwiegend mittelständisch geprägten Hersteller entstehe, sagte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt. Während Kunden zunächst zwar von einer Weitergabe günstiger Einkaufskonditionen profitieren könnten, drohe langfristig ein Anstieg der Preise, wenn am Ende Hersteller aufgrund des Drucks aufgeben müssten.

Der Einkaufskooperation VME Union gehörten bisher unter anderen bereits die Möbelhändler Roller, Rieger und Hardeck an. Grundsätzlich seien solche Gemeinschaften zwar nicht bedenklich, sagte Mundt. Die Auswertung der Ermittlungsergebnisse werde jedoch zeigen, ob möglicherweise Änderungen notwendig seien.

Zu der Einkaufskooperation gehören u.a. die Handelsunternehmen Möbel Roller, Möbel Rieger und Möbel Hardeck an. Im Bereich Küchenmöbel arbeitet die VME Union zudem mit einer weiteren Einkaufskooperation, der MHK Group, zusammen. Andere größere Möbeleinkaufskooperationen in Deutschland sind Giga (XXXLutz), Begros, EMV, Der Kreis und Alliance. Nur wenige Möbelhändler in Deutschland wie Dänisches Bettenlager oder Segmüller beschaffen ihre Möbel eigenständig. Der Marktführer im deutschen Möbelhandel, der schwedische Ikea-Konzern, produziert selber und ist daher keine Absatzalternative für deutsche Möbelhersteller.




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