Letztes Update am Mi, 24.10.2018 12:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


NATO warnt Moskau vor Provokationen während Großmanövers in Norwegen



Brüssel (APA/AFP) - Vor Beginn ihres Großmanövers „Trident Juncture 18“ hat die NATO das russische Militär vor Provokationen gewarnt. Er erwarte, dass Russland die größte Übung der NATO seit dem Kalten Krieg überwachen werde, sagte Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. Er sehe dabei keine Probleme, solange sich die russische Seite „professionell“ verhalte und „gefährliches Verhalten“ vermeide.

Stoltenberg begrüßte, dass Moskau die NATO-Einladung angenommen habe, Beobachter zu der Übung in Norwegen zu entsenden. „Trident Juncture 18“ beginnt am Donnerstag und findet bis zum 7. November statt. An der Übung in Norwegen nehmen 50.000 Soldaten, 10.000 Fahrzeuge, 250 Flugzeuge und 65 Schiffe teil. Simuliert wird ein Angriff auf ein NATO-Mitglied. Deutschland ist mit 8.000 Soldaten und 2.000 Fahrzeugen zweitgrößter Truppensteller nach Norwegen.

Seit Beginn des Ukraine-Konflikts im Jahr 2014 haben sich die Spannungen zwischen Russland und der NATO deutlich verschärft. Beide Seiten haben ihre Präsenz an den Grenzen in Europa massiv verstärkt. Dies führt regelmäßig zu militärischen Zwischenfällen. Die NATO meldete in den vergangenen Jahren immer wieder, sie habe russische Kampfflugzeuge „abgefangen“, die sich ihren Verbänden auf „aggressive Weise“ genähert hätten.

Die westliche Militärallianz betont, dass „Trident Juncture“ nicht direkt an Russlands Grenzen stattfinde. Das „Kerngebiet“ der Landstreitkräfte befindet sich demnach rund tausend Kilometer von der russisch-norwegischen Grenze entfernt, die Manöver der Luftstreitkräfte sind rund 500 Kilometer entfernt. Stoltenberg betonte, die NATO setze bei der Übung auf „Transparenz“ und habe Russland informiert.

Parallel zu „Trident Juncture“ halten einige Verbündete aber auch eine Übung ab, die deutlich näher an russischem Gebiet liegt. Vom 26. Oktober bis zum 8. November findet „Northern Coast 2018“ vor der Küste Finnlands in der Ostsee statt. An diesem Manöver nehmen 11 NATO-Staaten sowie Finnland und Schweden mit 40 Schiffen und 4.000 Soldaten teil.




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