Letztes Update am Mi, 24.10.2018 18:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bosnien geht gegen Migranten auf Balkanroute vor



Sarajevo (APA/dpa) - Die bosnische Regierung hat neue Maßnahmen gegen Hunderte Migranten an der Grenze zu Kroatien eingeleitet, die auf der Balkanroute Richtung Westeuropa unterwegs sind. Mehrere Busse mit Menschen auf dem Weg in das Nachbarland seien zurück in die Hauptstadt Sarajevo geschickt worden, sagte Sicherheitsminister Dragan Mektic am Mittwoch.

Knapp 100 weitere Menschen seien an Bord eines Zuges festgehalten worden, bis dieser ebenfalls in die Hauptstadt zurückgekehrt sei.

Sollte die Zahl der in Bosnien-Herzegowina gestrandeten Migranten weiter wachsen, werde er Polizisten aus anderen Teilen des Landes zur Verstärkung einsetzen, so der Minister. Die Behörden bemühten sich laut Mektic, existierende Unterkünfte zu erweitern und die Registrierung und Fürsorge für die Migranten an einem Ort zu vereinen.

Zuvor hatten mehrere Hundert Migranten eine Polizeiabsperrung durchbrochen und versucht, über eine Brücke nahe dem Grenzort Velika Kladusa nach Kroatien zu gelangen. Eine zweite Polizeieinheit hatte sie am Überschreiten der Grenze gehindert. Kroatien errichtete unterdessen einen Zaun auf der Brücke. Auf der kroatischen Seite der Grenze warteten weitere Polizisten in Bereitschaft.

Vor drei Jahren waren über die Balkanroute mehr als eine Million Migranten nach Westeuropa und vor allem nach Deutschland und Österreich gekommen. Seit zwei Jahren ist dieser Transitweg durch Grenzzäune und den verstärkten Einsatz von Polizei und Militär weitgehend blockiert. In den vergangenen Monaten waren die Flüchtlingszahlen aber wieder leicht gestiegen. Sowohl Bosnien-Herzegowina als auch Kroatien gehen seitdem mit harter Hand gegen die Migranten vor.




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