Letztes Update am Mi, 24.10.2018 19:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EZB vor nächstem Schritt weg vom Anti-Krisen-Kurs



Frankfurt am Main (APA/dpa) - Ende Dezember soll Schluss sein mit neuen Anleihenkäufen - das hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Aussicht gestellt. Doch der formelle Beschluss des EZB-Rates dazu steht noch aus. Ob er bei der Sitzung in Frankfurt an diesem Donnerstag getroffen wird oder erst Mitte Dezember, hatte Notenbank-Präsident Mario Draghi nach der jüngsten Zinsentscheidung vor sechs Wochen offen gelassen.

Die aktuellen Entscheidungen des EZB-Rates, dem auch der Chef der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, angehört, werden am Donnerstagnachmittag (13.45 Uhr) bekanntgegeben.

Sicher ist, dass sich bei den Zinsen weiterhin nichts tun wird. Die Währungshüter hatten wiederholt bekräftigt, dass die Zinsen bis „mindestens über den Sommer 2019“ auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Derzeit liegt der Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Geschäftsbanken müssen 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe ist seit Oktober auf 15 Milliarden Euro halbiert. Vor allem in Deutschland gibt es viel Kritik an dem seit März 2015 laufenden Programm zum Erwerb von Staats- und Unternehmensanleihen. Aber auch wenn die EZB keine neuen Papiere mehr kauft, wird sie noch lange einer der großen Spieler an den Anleihenmärkten bleiben: Gelder aus auslaufenden Papieren werden wieder investiert.

Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die zwischenzeitlich bedenklich niedrige Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.




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