Letztes Update am Do, 25.10.2018 00:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Khashoggi - Frankreich würde „internationale Sanktionen“unterstützen



Istanbul (APA/AFP) - Frankreich hat Bereitschaft signalisiert, „internationale Sanktionen“ gegen „die Schuldigen“ im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi zu unterstützen. Präsident Emmanuel Macron habe gegenüber Saudi-Arabiens König Salman seine „tiefe Empörung über das Verbrechen“ zum Ausdruck gebracht, erklärte der Elysee-Palast nach einem Telefonat der beiden Staatsoberhäupter am Mittwoch.

Macron habe Salman zudem aufgefordert, die Umstände, die „zu diesem Drama“ geführt hätten, genau zu beleuchten.

Auch Großbritanniens Premierministerin Theresa May telefonierte am Mittwoch mit Salman und forderte ihn „nachdrücklich“ dazu auf, mit der türkischen Ermittlung im Fall Khashoggi zu kooperieren, wie ihr Büro mitteilte. Demnach halte May die bisherige Erklärung Saudi-Arabiens nicht für glaubwürdig. Es bleibe „eine dringende Notwendigkeit zu ergründen, was genau passiert ist“, erklärte ein Sprecher.

Salmans Sohn, der einflussreiche Kronprinz Mohammed bin Salman, wird verdächtigt, die Tötung des kritischen Journalisten Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul angeordnet zu haben. Saudi-Arabien hatte am Samstag nach wochenlangen Dementis unter internationalem Druck erklärt, dass der Regierungskritiker Khashoggi am 2. Oktober während eines Konsulatsbesuchs bei einem „Faustkampf“ zu Tode gekommen sei.

Diese offizielle Version der Ereignisse wird allerdings international stark angezweifelt. Saudi-Arabiens Verbündeter USA etwa wirft der Regierung eine Vertuschungsaktion vor.

Bin Salman verurteilte die Tötung Khashoggis am Mittwoch bei einem Wirtschaftsforum in Riad als „abscheulichen Vorfall“ und sagte die Aufklärung des Falles zu. Die Hintermänner würden „zur Rechenschaft gezogen“, sagte er. „Die Gerechtigkeit wird siegen.“ Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen des Thronfolgers seit Khashoggis Tod.




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