Letztes Update am Do, 25.10.2018 11:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Di Maio bekennt sich zum Euro - Italiens Anleihen-Renditen fallen



Frankfurt (APA/Reuters) - Mit einem wiederholten Bekenntnis zum Euro hat der italienische Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio den Staatsanleihen des Landes etwas Rückenwind verliehen. Die Kurse der zehnjährigen italienischen Bonds stiegen am Donnerstag im Vorfeld der EZB-Sitzung. Im Gegenzug fielen die Renditen bis auf 3,546 Prozent von 3,614 Prozent im Schlussgeschäft vom Mittwoch.

Di Maio bekräftigte Donnerstagfrüh, dass die Regierung keine Absicht habe, aus dem Euro auszusteigen. Gleichzeitig erklärte der Chef der 5-Sterne-Bewegung jedoch, dass Rom an dem Haushaltsentwurf für 2019 festhalten werde - trotz der Ablehnung durch die Europäische Kommission.

Die EU-Kommission hatte der italienischen Regierung am Dienstag eine Frist von drei Wochen eingeräumt, um ihre Haushaltspläne zu ändern. Ein derartiger Schritt ist beispiellos. Italiens Haushaltsdefizit soll nach dem Entwurf der Regierung in Rom 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen - drei Mal so viel wie von der Vorgängerregierung zugesagt. Sollte sich der Konflikt hochschaukeln, drohen Italien am Ende Sanktionen und Turbulenzen an den Finanzmärkten.

Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen war zuletzt auf knapp 3,8 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren. Italien muss Investoren also höhere Zinsen bieten, um an Geld zu kommen. Der Risikoaufschlag der zehnjährigen Papiere zu vergleichbaren Bundesanleihen liegt mit knapp drei Prozentpunkten so hoch wie zuletzt während der Euro-Schuldenkrise 2012.




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