Letztes Update am Do, 25.10.2018 13:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fall Khashoggi - EU-Parlament fordert umfassende Aufklärung



Straßburg/Istanbul (APA) - Das Europaparlament hat am Donnerstag in Straßburg mit überwältigender Mehrheit eine Resolution wegen der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul verabschiedet. Saudi-Arabien wird darin zu einer umfassenden Aufklärung der Tat aufgefordert. Außerdem wird darin die Bedeutung der Pressefreiheit und der Schutz von Journalisten unterstrichen.

Der ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas hatte zuvor ein gemeinsames Vorgehen der EU und ein Verbot von Waffenlieferungen an Saudi-Arabien gefordert. „Moral geht vor Geschäft“, so Karas. Der SPÖ-Europaabgeordnete Josef Weidenholzer hatte die Ermordung Khashoggis als „eine unvorstellbare Bestialität, wie aus einem Horrorfilm“ bezeichnet. Das saudi-arabische „Regime konnte sich jahrelang alles leisten“, kritisierte sein SPÖ-Kollege Eugen Freund und der Grüne Michel Reimon forderte die Bundesregierung auf Waffenexporte in das Königreich, angesichts von allein 27.000 exportierten Glock-Pistolen im Jahr 2017, zu verbieten.

Der im Exil lebende Khashoggi war Anfang Oktober in das saudi-arabische Konsulat in Istanbul gegangen, um Unterlagen für seine Hochzeit abzuholen. Saudi-Arabien hatte erst nach wochenlangem Dementi eingestanden, dass Khashoggi dort getötet wurde. Mittlerweile geht auch die saudi-arabische Staatsanwalts von einer vorsätzlichen Tötung aus.




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