Letztes Update am Do, 25.10.2018 15:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Industriellenvereinigung NÖ sieht Konjunktur auf Talfahrt



St. Pölten (APA) - Niederösterreichs Industriellenvereinigung (IV) sieht den Höhenflug der Konjunktur für heuer beendet. Unternehmen seien hinsichtlich ihrer Produktionstätigkeit in den nächsten drei Monaten skeptisch, sagte IV-Präsident Thomas Salzer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten. Die Lohnforderungen in den Metaller-KV-Verhandlungen hält er für „völlig überzogen“.

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Aktuell seien die Auftragsbücher der Unternehmen zwar noch relativ gut gefüllt, „bei neuen Aufträgen merken die Betriebe allerdings eine deutliche Abkühlung“, wird Salzer in einer Aussendung zitiert. Das IV-NÖ-Konjunkturbarometer - ein Mittelwert der Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Geschäftsentwicklung von 34 Unternehmen - sei seit dem zweiten Quartal von 29,2 Punkten auf 18,8 Zähler gesunken.

Für Verunsicherungen sorgen bei den Betrieben laut Aussendung einerseits der Fachkräftemangel, andererseits internationale Handelskonflikte. Auch der bevorstehende Brexit werfe seinen Schatten voraus. Mehr als jedes zehnte befragte Unternehmen aus Niederösterreich gab an, vom möglichen EU-Ausstieg Großbritanniens stark (8,8 Prozent) oder sehr stark (2,9 Prozent) betroffen zu sein. „Im Vorjahr sind die niederösterreichischen Exporte nach Großbritannien leicht gesunken, auch für heuer erwarten wir - wenig überraschend - keine positive Dynamik“, sagte Michaela Roither, die Geschäftsführerin der IV Niederösterreich.

Rund 69 Prozent der Unternehmen rechnen in den nächsten drei Monaten damit, dass die Verkaufspreise gleich bleiben, 19 Prozent mit fallenden Preisen. „Das bedeutet, dass sich der aktuell vorherrschende Kostendruck für Produktionsbetriebe weiter verschärfen wird“, so Roither.

Aufgrund der negativen Preisentwicklung und der „schlechteren konjunkturellen Entwicklung“ seien die Forderungen der Arbeitnehmervertreter in der Metaller-Lohnrunde - 5 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung - „völlig überzogen“, so Salzer. Die Verhandlungspartner sollten die gesamtpolitische Verantwortung nicht aus den Augen verlieren. „Im Mittelpunkt des Interesses muss ein vernünftiges und faires Ergebnis stehen, das es Betrieben und Beschäftigten ermöglicht, auch weiterhin im internationalen Wettbewerb mithalten zu können“, sagte der Präsident der IV Niederösterreich.




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