Letztes Update am Fr, 26.10.2018 05:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indigener Aktivist in Mexiko getötet



Chihuahua (APA/dpa) - Der Mord an einem Anführer des indigenen Volkes der Raramuri in Nordmexiko sorgt über die Landesgrenzen hinaus für Empörung. Unbekannte hätten Julian Carrillo in der Ortschaft Guadalupe y Calvo im Bundesstaat Chihuahua verfolgt und getötet, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Weil er wegen seines Kampfes für die Landrechte der indigenen Bevölkerung immer wieder bedroht wurde, war der Mann eigentlich in einem staatlichen Schutzprogramm. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International waren seit 2016 bereits ein Sohn, zwei Neffen und ein Schwiegersohn von Carrillo getötet worden. „Der Mord an Julian Carrillo darf nicht ungesühnt bleiben“, sagte die Amerika-Chefin von Amnesty International, Erika Guevara Rosas. „Die Behörden müssen die Täter und Drahtzieher dieses Verbrechens finden und vor Gericht stellen.“

In der Region kommt es immer wieder zu Gewalt gegen Aktivisten und Anführer sozial engagierter Gruppen. In Chihuahua sind die Verbrechersyndikate in illegalen Holzeinschlag und Bergbau sowie in Drogenanbau und Rauschgiftschmuggel verwickelt. Nach Angaben von Amnesty International wurden im laufenden Jahr in ganz Mexiko bereits 17 Aktivisten getötet.




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