Letztes Update am Fr, 26.10.2018 15:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalfeiertag: Bundesheer-Leistungsschau lockte Hunderttausende



Wien (APA) - Die traditionelle Leistungsschau des Bundesheeres hat rund um den Nationalfeiertag wieder Hunderttausende in die Wiener Innenstadt gelockt. Bei freundlichem Herbstwetter konnte man an sieben Standorten rund um den Wiener Heldenplatz militärisches Gerät wie Panzer oder Hubschrauber erkunden. Die Schau dauert noch bis Sonntag, insgesamt wird rund eine Million Besucher erwartet.

Bereits seit Dienstag nahm das Bundesheer in der Wiener Innenstadt Aufstellung. Rund um das Burgtheater wurden verschiedene Panzer-Typen des Bundesheeres geparkt, am Heldenplatz selbst waren diverse Hubschrauber-Typen der Luftstreitkräfte gelandet, daneben informierten dort unter anderem die Garde, das Jagdkommando oder etwa der Heeressport über ihre Tätigkeiten. Flugzeuge wie etwa der Abfangjäger „Eurofighter“ wurden nicht ausgestellt.

Für Interesse sorgten auch „dynamische Vorstellungen“ am Heldenplatz, wie etwa jene der Garde, die zu klassischen Klängen aber auch zu moderner Popmusik ein „Show-Exerzieren“ darbot. Zu Michael Jacksons „They Don‘t Care About Us“ legte einer der Soldaten der 4. Garde-Kompanie sogar einen „Moonwalk“-Tanzeinlage in einem Spalier seiner Kollegen auf den Asphalt, Gewehre wurden zu den Pop-Klängen durch die Luft gewirbelt. Zum Abschluss der Show wurde es dann beim Abfeuern von Salut-Schüssen laut. Beifall bekam auch die Garde für ihre musikalischen Einlagen.

Besonders groß war der Andrang beim größten Hubschrauber des Bundesheeres: Vor dem auf der Wiese neben dem Burgtor geparkten „Black Hawk“ bildeten sich lange Schlangen, vor allem Kinder wollten einen Blick ins Innere des bis zu 25 Personen fassenden Fluggeräts werfen. Er sei „für die Kinder“ da, meinte dementsprechend ein wartender Vater. Andere Knirpse hatten in der Schule über den Nationalfeiertag gehört und dann die Eltern verpflichtet, mit ihnen nach Wien zu fahren: „Wir sind extra aus St. Pölten angereist“, so eine Mutter gegenüber der APA. Für andere gehört der Besuch schon zur Tradition: „Wir sind jedes Jahr hier“, meinte eine Besucherin, es sei schönes Wetter und ein idealer Familienausflug.

Beim Burgtheater wiederum fanden sich zahlreiche junge Besucher auf den Panzern wieder - vom Kampfpanzer „Leopard“ über den Schützenpanzer „Ulan“ bis hin zum Bergepanzer „Greif“ fuhr die 4. Panzergrenadierbrigade alles auf, was das Heer zu bieten hatte. Die Gerätschaften setzten sich für die Zuschauer auch in Bewegung: Die „Leopard“-Panzer starteten ihre Motoren für ein „Panzerballett“.

„Cool“ sei es, frohlockte ein Bub, der auf die Besichtigung des Inneren eines der schweren Geräte wartete. Er sei vor allem wegen der Panzer gekommen, meinte er. Nicht ganz so euphorisch äußerte sich seine Mutter: Sie gab zu bedenken, was mit den Waffen im Ernstfall bewirkt werden kann. Zuhause jedenfalls seien Spritzpistolen das äußerste, was erlaubt sei, betonte sie, denn sie sei gegen eine „Verharmlosung“ von Waffen.

Auch das Bundesheer will in diesem Bereich sensibilisieren: Seitens des Bundesheeres betonte man gegenüber der APA, dass die Leistungsshow zwar als Familienfest gedacht ist, gleichzeitig wolle man aber auch darauf hinweisen, dass es sich bei Waffen keinesfalls um Spielzeug handle. Dementsprechend waren rund um die ausgestellten Gerätschaften auch Plakatständer mit der Aufschrift „Waffen sind kein Spielzeug“ aufgestellt.

Präsentiert wurde bei der diesjährigen Leistungsschau auch das neue Dekontaminationssystem „Mammut“, das bei der Abwehr von radiologischen, biologischen und chemischen Gefahrenstoffen unterstützen soll. Aber auch Polizei und Justizwache präsentierten sich rund um den Heldenplatz. Justizminister Josef Moser (ÖVP) übergab am Heldenplatz ein neues Fahrzeug an die Justizwache: Mit dem extra umgebauten Transporter sollen künftig Insassen zur Strafvollstreckung in ihrem Heimatland überstellt werden.

Die Leistungsshow, die schon Dienstag und Mittwoch in einer abgespeckten Variante zu besuchen war, endet am Nationalfeiertag mit einem „Zapfenstreich“ um 17 Uhr. Damit ist aber noch nicht Schluss: In kleinerem Umfang präsentiert sich das Heer auch noch bis Sonntagnachmittag (15 Uhr) am Heldenplatz und beim Burgtheater.




Kommentieren