Letztes Update am Fr, 26.10.2018 17:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Von der Lega regierte Region Lombardei verkauft Kapelle an Muslime



Bergamo/Rom (APA) - Ein muslimischer Verband hat bei einer Versteigerung für den Erwerb einer Kapelle auf dem Gelände eines Ex-Krankenhauses in Bergamo den Zuschlag erhalten. Die Kapelle wurde von einem Spital unter Kontrolle der Region Lombardei versteigert. Diese wird von der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega geführt. Der Fall bringt die Gruppierung von Innenminister Matteo Salvini in Verlegenheit.

Bis August 2015 fanden in der Kapelle religiöse Zeremonien der orthodoxen rumänischen Gemeinschaft statt, die im lombardischen Bergamo 2000 Gläubige zählt. Davor wurde sie von Kapuzinermönchen genutzt.

Der muslimische Verband setzte sich mit einem Angebot durch, das um acht Prozent höher als der geforderte Preis von 418.700 Euro lag. Er will angeblich eine Moschee einrichten, die zweite in Bergamo. Die Regionalregierung habe ein „vernichtendes Eigentor“ geschossen, erklärte Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori am Freitag auf Facebook. Gori gehört der Demokratischen Partei (PD) an.

Der lombardische Regionalrat hatte 2017 eine Verordnung verabschiedet, mit der islamische Kulturzentren Moscheen gleichgestellt werden und jenen strengen Kontrollen unterzogen werden, die ein 2015 verabschiedetes regionales Gesetz vorsieht. Aufwendige Auflagen sind für die Errichtung religiöser Kultstätten vorgesehen. Unter anderem sollen Behörden strenger prüfen, ob ein religiöses Gebäude ins Stadtbild passt.

Lega-Anhänger protestierten heftig gegen die Pläne zum Verkauf der Kapelle an den muslimischen Verband. Lega-Parlamentarier erklärten, sie wollten prüfen, ob die Möglichkeit bestünde, die Versteigerung rückgängig zu machen.




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