Letztes Update am Fr, 26.10.2018 18:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen gehen klar tiefer ins Wochenende



Frankfurt am Main (APA) - Konjunktursorgen sowie enttäuschende Ergebnisse von großen US-Technologiekonzernen haben an Europas Börsen ihre Spuren hinterlassen. Der Euro-Stoxx-50 rutschte am Freitag um 0,93 Prozent auf 3.134,89 Einheiten ab. Auf Wochensicht verbucht der Index damit ein Minus von gut drei Prozent.

Auch beim deutschen DAX (minus 0,94 Prozent) und beim britischen FTSE-100 Index (minus 1,40 Prozent) fielen die Abschläge deutlich aus. Der Stabilisierungsversuch vom Vortag konnte damit nicht weiter fortgesetzt werden, auch wenn die Märkte ihre Kursverluste im Späthandel merklich eindämmen konnten.

„Statt Rückenwind von der Wall Street bläst Europas Börsen nach den enttäuschenden Nachrichten einiger Technologie-Schwergewichte heftiger Gegenwind ins Gesicht“, kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Alphabet, Amazon und Snap, allesamt hätten mit ihren Quartalsberichten und Ausblicken die hohen Erwartungen verfehlt.

Erschwerend hinzu kommen auch „alte“ Sorgen der Investoren wie die stockenden Brexit-Verhandlungen und der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU. Dass neue Wachstumsdaten aus den USA etwas besser als erwartet ausgefallen waren, konnte die Stimmung nicht aufhellen. Die Zahlen für das dritte Quartal konnten zwar die Prognosen übertreffen, gegenüber dem Vorquartal schwächte sich das annualisierte Wirtschaftswachstum jedoch ab.

Nicht nur in den USA sorgt die Berichtssaison für Sorgenfalten, auch in Europa mussten die Investoren einige Enttäuschungen hinnehmen. So brachen an der Börse in Paris die Papiere des Autozulieferers Valeo nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung um 21 Prozent ein und rutschten damit auf den tiefsten Stand seit rund fünf Jahren ab. Die Societe Generale strich ihre Kaufempfehlung und sieht das Investorenvertrauen nach der nunmehr zum zweiten Mal gesenkten Margenprognose als vorerst verspielt an.

Daneben rutschten die B-Aktien von Electrolux nach dem vorgelegten Quartalsbericht um 4,39 Prozent ab. Steigende Kosten und der Widerstand von Kunden in Nordamerika, höhere Preise für Küchen- und Haushaltsgeräte zu zahlen, belasteten.

Als einer der wenigen Kursgewinner im Euro-Stoxx-50 konnten dagegen Eni 1,07 Prozent dazugewinnen. Der italienische Energiekonzern hat in den ersten drei Quartalen seinen Nettogewinn um 181 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 gesteigert und lag mit seinen Zahlen über den Erwartungen von Analysten.

Auch Total fuhr im dritten Quartal dank des Aufschwungs der Öl- und Gaspreise um 48 Prozent mehr Gewinn ein und verdiente damit mehr als Analysten erwartet hatten. Dennoch verloren die Papiere bis Handelsschluss 1,52 Prozent. Die heute gesunkenen Ölpreise könnten hier für Belastung gesorgt haben.

An die Spitze des Euro-Stoxx-50 kletterten Nokia mit plus 3,43 Prozent.

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Index Aktuell Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX FEIERTAG 3.070,91 Frankfurt DAX 11.200,62 -106,50 -0,94 11.307,12 London FT-SE-100 6.906,09 -98,01 -1,40 7.004,10 Paris CAC-40 4.967,37 -64,93 -1,29 5.032,30 Zürich SPI 10.222,78 -38,79 -0,38 10.261,57 Mailand FTSEMIB 18.683,27 -132,05 -0,70 18.815,32 Madrid IBEX-35 8.730,40 -54,80 -0,62 8.785,20 Amsterdam AEX 507,52 -5,64 -1,10 513,16 Brüssel BEL-20 3.373,51 -26,51 -0,78 3.400,02 Stockholm SX Gesamt 1.485,27 -20,75 -1,38 1.506,02 Europa Euro-Stoxx-5 3.134,89 -29,51 -0,93 3.164,40

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Euro-Stoxx 345,50 -2,94 -0,84 348,44 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA350 2018-10-26/18:06




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