Letztes Update am Sa, 27.10.2018 00:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU will auch Jordanien in Syrien-Verhandlungen einbeziehen



Istanbul/Berlin (APA/dpa) - Die EU-Kommission hat sich vor dem Syrien-Gipfel in Istanbul für eine Einbeziehung Jordaniens in die Bemühungen um eine Befriedung des von jahrelangem Konflikt verwüsteten Landes ausgesprochen. „Ich bin überzeugt, dass der Westen bei den Verhandlungen Jordanien einbeziehen und als Vermittler nutzen sollte“, sagte EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn der Zeitung „Die Welt“ (Samstag-Ausgabe).

An diesem Samstag kommen in Istanbul die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Staatschefs Russlands, Frankreichs und der Türkei - Wladimir Putin, Emmanuel Macron und Recep Tayyip Erdogan - zu Beratungen über die Zukunft Syriens zusammen.

Hahn betonte, Jordanien würde wahrscheinlich von allen Ländern in der Region der vertrauenswürdigste Makler sein. Das Königreich habe zu allen seinen Nachbarn eine geregelte Beziehung und belastbare Gesprächskanäle. „Hinzu kommt, dass Jordanien ein relativ säkularisiertes Land ist, in dem religiöse Konflikte keine allzu große Rolle spielen, was die Akzeptanz in der Region eher noch steigert“, fügte Hahn hinzu. Wichtig sei aber generell, dass die Verhandlungen über Frieden in Syrien weiterhin unter dem Dach der Vereinten Nationen geführt würden.

Alle bisherigen Friedensgespräche unter der Leitung der UNO sind jedoch gescheitert. Auch ein im vergangenen Jänner beschlossenes Verfassungskomitee mit Vertretern von Regierung und Opposition ist bisher nicht gebildet worden. In Istanbul wollen die vier Länder insbesondere über die Lage in der letzten verbliebenen Rebellenhochburg Idlib im Nordwesten Syriens sprechen. Zudem soll es darum gehen, den politischen Prozess wieder in Gang zu bringen.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA007 2018-10-27/00:52




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