Letztes Update am Sa, 27.10.2018 08:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski alpin: Schörghofer geht mit „vollem Herz“ ins Comeback-Rennen



Sölden (APA) - Nach 19 Monaten blickt Philipp Schörghofer mit dem Riesentorlauf am Sonntag in Sölden wieder seinem ersten Renneinsatz entgegen. Ein Knorpelschaden im Knie war für die lange Auszeit verantwortlich, letztlich konnte dem Salzburger erst nach einem Tipp von Marcel Hirscher richtig geholfen werden. „Ich habe eine Riesenfreude, dass ich wieder da bin“, sagte der 35-jährige Schörghofer.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Im Sommer habe er sich lange nicht gedacht, dass die Rückkehr möglich sein werde, aber der harte Weg habe sich ausgezahlt. Ende Juni machte er eigenen Aussagen zufolge einen Riesenschritt und begann mit der Mannschaft die Vorbereitung. Mit den anspruchsvollen Trainings vor einem Monat merkte er definitiv, dass es wieder geht. „Ich wollte noch Rennen fahren, ich hatte die Geduld. Ich möchte mich bei allen Leuten bedanken, die mir geholfen haben. Ich bin gut drauf.“ Der Knorpel im Knie sei kaputt, aber er habe es muskulär so gut im Griff, dass er das abfedern könne.

Bis Schörghofer auf den richtigen Weg fand, probierte er medizinisch viel aus. Nichts habe geholfen. „Und dann hat Marcel zu mir gesagt, ‚jetzt geh zu Gernot und probier das. Wenn, dann kann er dir helfen‘. Das habe ich dann getan.“ Er arbeitet nun mit Konditionstrainer Gernot Schweizer, der auch Hirscher und Manuel Feller in Form bringt. „Er hat schnell gesehen, woran es happert. Er hat immer daran geglaubt, dass er es hinbekommt.“

Es ging darum, mit verändertem Konditionstraining die Statik zu verändern, die durch Fehlhaltungen und Fehlbelastungen entstanden sei. „Damit ich meinen rechten Fuß wieder richtig belaste. Das dauert natürlich lange, wenn du etwas übers Gehirn ansteuerst und neu lernen musst. Beim Skifahren war am Anfang jeder Linksschwung eine Riesenchallenge, jetzt wird es wieder natürlicher, normaler, ohne nachzudenken.“

Der Wunsch, unbedingt wieder Rennen zu fahren und überhaupt wieder Skifahren zu können, habe ihn angetrieben. „Sonst tust du dir das nicht an, die Qual. Vom Kopf her verzweifelt man oft. Mein Bua hat im Februar zum Skifahren angefangen, ich bin mit ihm gegangen und konnte nicht einmal rutschen. Ich war so weit weg von dem Ganzen.“ Und nun freut sich sein Sohn Matthäus seit Tagen darauf, den Vater auf dem Rettenbachgletscher live in Aktion zu sehen.

Für Sölden hat der Gewinner eines Weltcup-Riesentorlaufs 2011 in Hinterstoder keine Platzierung im Kopf, das Ziel sei aber, richtig entschlossen in den Steilhang reinzufahren. „Da heißt es einfach, mit vollem Herz rein und runter. Es geht darum, dass ich mir das zutraue. Wenn ich das tue, ist was drinnen, wenn nicht, dann nicht. Ich bin sicher noch nicht in Topform, ich brauche noch ein bisschen Zeit, aber es ist wieder möglich. Ich spüre es.“

Schörghofer bestritt sein bisher letztes Rennen am 18. März 2017 beim Weltcupfinale in Aspen, wo er im zweiten Durchgang ausschied. Das letzte Mal auf dem Stockerl war er im Jänner davor als Adelboden-Dritter.




Kommentieren